Hamburg (SID) - Die Hamburger Polizei rudert zurück: Nach den schweren Vorwürfen gegen Fans des FC St. Pauli hat Polizeisprecher Mirko Streiber am Mittwoch bei NDR 90,3 gesagt, dass man keiner Seite eine Schuld für die Krawalle beim Hallenturnier zuweisen wolle. Nicht nur unter den St.-Pauli-Anhängern, sondern auch unter den Lübeck-Fans habe es Gewalttäter gegeben, die das Turnier für Randale missbrauchen wollten. Zwar hätten St. Paulianer versucht, schon am Halleneinlass Richtung Lübecker Fans zu gelangen, nahezu gleichzeitig hätten aber auch Lübecker im Eingangsbereich Ordner angegriffen.

Vor dem Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft hatte der Leitende Polizeidirektor Kuno Lehmann am Dienstag noch erklärt, dass die ersten Angriffe bei den Krawallen von den zahlenmäßig deutlich überlegenen St.-Pauli-Fans ausgegangen seien. Zudem hätten sie an einer U-Bahn-Station rund 20 unbeteiligte Jugendliche verprügelt. Damit hatte er dem Klub vehement widersprochen, der das Vorgehen der Polizei bereits am Montag scharf kritisiert hatte.

Für Donnerstagmittag hatte Innensenator Frank Neumann (SPD) zu einem runden Tisch geladen. Vertreter aus Politik, Polizei und Sport sollten gemeinsam und "ergebnisoffen" über Konsequenzen beraten, hieß es aus der Behörde.