Pietrasanta (dpa) - Die Krankenakte wird immer dicker, der Weg zurück in die Formel 1 für den 27 Jahre alten Robert Kubica immer länger. Bei einem Sturz auf einer vereisten Straße in Pietrasanta erlitt der Pole laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA eine Mikrofraktur des rechten Knöchels.

Kubica habe eine fantastische Entschlossenheit nach seinem Unfall im vergangenen Jahr gezeigt «und es ist traurig zu hören, dass er diesen Rückschlag hinnehmen muss», sagte sein ehemaliger Teamchef, Eric Boullier von Lotus Renault.

Fast ein Jahr nach seinem schweren Crash bei einem Rallye-Gaststart zog sich Kubica also wieder eine Fraktur im rechten Bein zu. Und das auch noch an einem Tag, als sein Name beim Ferrari-Medienevent «Wrooom» im Skinobelort Madonna di Campiglio mal wieder eine Rolle spielte.

Rückblick: 6. Februar 2011. Kubica verunglückt bei der Ronde di Andora. Notoperation, Intensivstation, künstliches Koma. Kubica überlebt. Aber er hat massive Brüche vor allem am rechten Arm und an der rechten Hand. In mehreren Eingriffen wird die Hand wiederhergestellt. Ans Rennfahren ist nicht zu denken. Selbst befreunde Journalisten haben so gut wie keinen Zugang mehr zu dem Piloten. Fotos gibt es nicht. Einmal taucht ein kurzes Video auf. Das war's.

Im Laufe des vergangenen Jahres kursierten dennoch die ersten Spekulationen über eine Rückkehr des damals noch bei Lotus Renault unter Vertrag stehenden Polen. Hartnäckig halten sich weiterhin Gerüchte, wonach Kubica von 2013 an in einem Ferrari-Rennwagen sitzen könnte. Bei der Scuderia fährt Felipe Massa in der kommenden Saison nur noch auf Bewährung. Der Vertrag des Brasilianers läuft zum Jahresende aus.

«Natürlich ist Robert ein großartiger Fahrer», sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali bei den Medientagen der Scuderia. «Er hatte sehr ernsthafte Verletzungen und im Moment arbeitet er sehr hart, um zu seinem normalen Leben zurückzukehren», sagte Domenicali - ehe die Nachricht von Kubicas neuerlichem Rückfall die Runde machte.

Kubica-Kumpel Fernando Alonso meinte am Donnerstag: «Für mich ist Robert der beste Fahrer - ich wünsche ihm das Beste.» Er habe am Mittwoch mit Kubica gesprochen, zitierte «autosport.com» den Ferrari-Star und zweimaligen Weltmeister: «Ich bin mir sicher, dass er der beste Fahrer im Feld sein wird, wenn er zurückkommt.»

Wie sehr die Verletzung Kubica nun aber zurückwirft, war zunächst unklar. Es hieß, er wolle das Krankenhaus aufsuchen, wo er nach seinem schrecklichen Unfall im vergangenen Jahr bereits behandelt worden war. 2007 hatte Kubica einen heftigen Unfall bei einem Formel-1-Rennen in Montreal so gut wie unverletzt überstanden.