FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Donnerstag im Zuge erfolgreicher Anleihenauktionen in Spanien und Italien zu einer kräftigen Kurserholung angesetzt. Vor allem die starke Nachfrage nach spanischen Anleihen habe für eine deutliche Entspannung in der Euro-Schuldenkrise gesorgt und den Kurs der Gemeinschaftswährung beflügelt. Im Mittagshandel sprang der Euro auf ein Tageshoch bei 1,2768 US-Dollar, nachdem am Morgen noch zeitweise unter der Marke von 1,27 Dollar stand. Zu Beginn der Woche war die Gemeinschaftswährung noch auf 1,2666 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit September 2010 abgerutscht.

Die angeschlagenen Euro-Länder Italien und Spanien haben am Vormittag den ersten Test am Anleihemarkt im neuen Jahr klar bestanden. Besonders Spanien überzeugte: Mit einer Auktion von drei Staatstiteln mittelfristiger Laufzeit sammelte der Staat doppelt so viel Kapital ein wie geplant. Auch das derzeit besonders im Fokus stehende Italien besorgte sich ebenfalls problemlos frische Mittel am kurzfristigen Geldmarkt. Das habe für eine spürbare Entspannung in der Schuldenkrise gesorgt, die Risikofreude der Anleger verstärkt und für eine Kurserholung des Euro gesorgt, hieß es von Händlern.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank in den Fokus der Anleger rücken. Nach den jüngsten Zinssenkungen der EZB rechnen Experten der Privatbank HSBC Trinkaus am Nachmittag "nicht mit einem Paukenschlag" der europäischen Währungshüter. Volkswirte erwarten gemeinhin einem unveränderten Leitzins von 1,0 Prozent.

Zudem gehen Experten der Commerzbank davon aus, dass EZB-Präsident Mario Draghi "auch in der heutigen Pressekonferenz, die der Zinsentscheidung wie üblich folgt, keine Hoffnungen auf mehr Anleihekäufe wecken wird". Ferner seien keine weitere umfangreiche Lockerungsmaßnahmen in der Geldpolitik zu erwarten. "Schließlich sind einige der gerade erst in der letzten Sitzung beschlossenen Maßnahmen noch gar nicht umgesetzt worden", hieß es weiter bei der Commerzbank.