Washington (SID) - Torhüter Tim Thomas vom Stanley-Cup-Sieger Boston Bruins hat mit seinem Verzicht auf den Empfang bei US-Präsident Barack Obama für Schlagzeilen gesorgt. Die Bruins mit ihrem deutschen Verteidiger Dennis Seidenberg waren am Montag im Weißen Haus für ihren Titelgewinn in der nordamerikanischen Profiliga NHL geehrt worden.

Thomas ging es mit seiner Aktion allerdings nicht darum, seine Unterstützung für eine bestimmte Partei zu dokumentieren. "Ich glaube, dass die Regierung außer Kontrolle geraten ist und die Rechte, die Freiheit und das Eigentum der Menschen bedroht", heißt es in einem Statement von Thomas auf der offiziellen NHL-Webseite www.nhl.com: "Und weil ich das glaube, habe ich heute von meinem Recht als freier Bürger dieses Landes Gebrauch gemacht und das Weiße Haus nicht besucht."

Boston wird seinem wertvollster Spieler (MVP) der Finalserie wohl keine Strafe auferlegen. "Ich kann von jemandem verlangen, zu einem Mannschaftstermin zu kommen. Wenn derjenige nicht auftaucht, kann ich ihn suspendieren", sagte Bruins-Manager Peter Chiarelli der Tageszeitung Boston Globe: "Aber ich werde Tim nicht suspendieren. Was auch immer seine Position ist, sie ist nicht die der Bruins."

Nationalspieler Dennis Seidenberg und seine restlichen Mannschaftskollegen hingegen genossen den Empfang. Auf den Tag genau zwei Wochen nach Basketballstar Dirk Nowitzki, der im vergangenen Jahr mit den Dallas Mavericks NBA-Champion geworden war, wurde der sechsmalige Meister in Washington für seinen Titelgewinn in der Profiliga NHL geehrt.

"Die Bruins, die Sox, die Celtics, die Patriots. Es reicht, Boston", sagte Obama ironisch mit Blick auf die vielen Erfolge der Teams aus der Ostküsten-Metropole in den vergangenen Jahren. Vor den Bruins hatten die Boston Celtics in der NBA (2008), die Boston Red Sox in der Baseball-Profiliga MLB (2007) sowie die New England Patriots in der Football-Profiliga NFL (2005) triumphiert.

Obama hob bei seiner Rede den Teamgeist der Bruins hervor und erzählte unter anderem von den zahlreichen Stationen, die der Stanley Cup auf seiner Reise mit den Profis hinter sich gebracht hatte. "Dennis Seidenberg hat ihn sogar zur Taufe seines Sohnes mitgenommen", sagte der Präsident. Tatsächlich war es die Taufe der beiden Seidenberg-Töchter Story Linn (3) und Noah Grace (1).