Berlin (dpa) - Mit ihrer Forderung nach Einführung von Cannabis-Clubs hofft die Linke auf eine Debatte über einen neuen drogenpolitischen Kurs in Deutschland. «Wir wollen weg von der Verteufelung», sagte der drogenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Frank Tempel, der dpa in Berlin.

An diesem Mittwoch ist ein Linken-Antrag Thema einer öffentlichen Bundestagsanhörung, nach dem Cannabis durch Cannabis-Clubs legalisiert werden soll.

Die Einrichtungen sollen nach Vorstellung Tempels ohne kommerzielles Interesse den Cannabis-Anbau für ihre Mitglieder übernehmen. «Für den Anbau in Cannabis-Clubs ist durch den Vereinsvorstand die erforderliche Sachkunde nachzuweisen», so der Antrag. Tempel betonte, er wolle durch eine Entkriminalisierung von Cannabis Aufklärung, Jugendschutz und Prävention voranbringen sowie den Schwarzmarkt bekämpfen. Erlaubt sein soll der Besitz von 30 Gramm getrocknetem Cannabis.

Rund 200 000 Menschen in Deutschland haben laut Bundesregierung problematischen Cannabiskonsum. Millionen weitere greifen darüberhinaus zu der Droge. Union und FDP lehnen eine Legalisierung von Cannabis strikt ab. Die drogenpolitische Expertin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte der dpa: «Ich halte von Cannabis-Clubs überhaupt nichts.»

Die Drogenbeauftragte der SPD-Fraktion, Angelika Graf, sagte der dpa: «Ich habe eine ganze Reihe von Vorbehalten.» So könne der Zugang zu Cannabis durch die Clubs wohl kaum auf Mitglieder beschränkt werden. Zugleich mahnte Graf eine Reform für reine Konsumenten an. «Da sollten wir uns etwas überlegen.» So sei es wenig sinnvoll, dass es in den Bundesländern unterschiedliche Höchstmengen zwischen 6 und 15 Gramm für die Straffreiheit bei Cannabis-Besitz gebe.

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