Stuttgart (dpa) - Mit Zauberfußball mischt Borussia Mönchengladbach weiter munter im Titelrennen mit. Durch den hochverdienten 3:0 (1:0)-Triumph beim bisherigen Angstgegner VfB Stuttgart beendeten dien Rheinländer ihre schwarze Serie und feierten den ersten Sieg bei den Schwaben seit über 17 Jahren.

Das stürmische Trio Mike Hanke (31. Minute), Marco Reus (81.) und Igor de Camargo (84.) bescherte dem Tabellen-Vierten der Fußball-Bundesliga den zwölften Saisonsieg. Während Gladbach weiter nur einen Punkt hinter dem Top-Trio lauert, dümpelt der VfB nach dem sechsten Spiel ohne Sieg weiter im grauen Mittelmaß.

«Wir haben heute nicht die Souveränität wie in unseren Heimspielen gehabt. Trotzdem sind wir sehr stolz und zufrieden, dass wir hier gewonnen haben», meinte Torschütze Hanke, der vor der Pause einen schmerzhaften «Pferdekuss» mitbekam und nach 53 Minuten vom Platz musste. «Wir sind nicht clever genug», bemängelte Stuttgarts Abwehrspieler Serdar Tasci. «Gladbach kommt dreimal vors Tor und macht drei Treffer. Wir müssen endlich aufwachen. Wir brauchen wieder ein Erfolgserlebnis.»

Vor 53 600 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena revanchierten sich die Himmelsstürmer vom Rhein für die 0:7-Klatsche vor einem Jahr im gleichen Stadion. Auch diesmal begann die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia zwar forsch, musste gegen die Konter-Künstler aber immer auf der Hut sein. Martin Harnik setzte sich bei der ersten Strafraumaktion des VfB nicht konsequent genug (3.). Dann ging das Abtasten weiter. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hielt sich vornehm zurück, sorgte mit überfallartigen Gegenstößen aber ständig für Gefahr.

Das Spiel der Gäste hatte Hand und Fuß , während der VfB keinen richtigen Plan hatte. Vieles blieb dem Zufall überlassen. Das 1:0 fiel indes nicht nach einem Konter, sondern bei einer Standardsituation: Einen Freistoß von Reus verlängerte der am Elfmeterpunkt lauernde Hanke mit dem Kopf ins Tor. Reus schloss einen schulmäßigen Konter zur Vorentscheidung ab, «Joker» de Camargo machte alles klar.

Drei Minuten vor der Gladbacher Führung hatte Tamas Hajnal die erste Großchance der Borussen durch Juan Arango kurz vor der Linie vereitelt. Mit Blitzreaktionen verhinderte der überragende VfB-Keeper Sven Ulreich das mögliche 0:2 durch Arango (38.) und später gegen Patrick Herrmann (65.).

Die Gäste-Mannschaft diktierten die Partie über 90 Minuten, doch auch die Hausherren gaben ab und zu Lebenszeichen ab: So hatte der Ungar Hajnal, vor der Pause der auffälligste Stuttgarter, gleich zweimal die Chance zum 1:1 (39./45.).

Vom Stuttgarter Neuzugang Vedad Ibisevic war dagegen bis zur 56. Minute nichts zu sehen - dann hatte der Bosnier die Riesenchance zum Ausgleich, doch Tony Jantschke spitzelte ihm den Ball noch vom Fuß. Labbadia hatte große Hoffnungen in den Torjäger aus Bosnien gesetzt, der für rund fünf Millionen Euro aus Hoffenheim kam. Zugleich beschwor Labbadia den Teamgeist: «Die ganze Mannschaft ist gegen Gladbach gefordert.» Diese Botschaft kam am Sonntag nicht an.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 50,9 - 49,1

Torschüsse: 14 - 18

gew. Zweikämpfe in %: 53,5 - 46,5

Fouls: 11 - 14

Ecken: 6 - 1

Quelle: optasports.com