Berlin (dpa) - Wow, das Konzert ging ab! 9000 Fans feierten am Samstagabend in der ausverkauften Treptower Arena in Berlin das Gastspiel des US-Duos The Black Keys. Eineinhalb Stunden lang spielten sich Drummer Patrick Carney und Sänger und Gitarrist Dan Auerbach die schwarze Seele aus dem Leib.

Auch auf der großen Bühne verstehen die beiden sich prächtig, ihr ungeschliffener, unglaublich kraftvoller Bastard-Blues-Rock ließ keine Wünsche offen. Dabei gaben sich Craney und Auerbach, die sich schon seit Kindertagen kennen, unprätentiös und bescheiden. Starallüren oder Show-Schnickschnack sind ihre Sache nicht, bei den Black Keys steht die kleinen, schmutzigen Songs im Vordergrund. Und damit scheinen sie einen Nerv zu treffen, es gibt anscheinend eine starke Sehnsucht nach authentischer, «handgemachter» Rockmusik.

Jahrelang haben The Black Keys die Ochsentour durch kleine Clubs und Absteigen absolviert, bis 2010 der ganz große Durchbruch kam: Ihr immerhin schon sechstes Album «Brothers» wurde als «Best Alternative Music Album» mit einem Grammy gekürt, das puristische Artwork und die Performance waren auch preiswürdig. Vor einigen Wochen erschien ihr neues Album «El Camino», mit dem sie ihren schnörkellosen Mix aus Blues, Rock und Country konsequent weiterentwickelten.

In Berlin legte das Duo, nachdem Portugal. The Man als Support gut eingeheizt hatten, mit dem stampfenden Jauler «Howlin' For You» los, die ersten Stücke spielten sie dann mit Begleitband. Als die sich zurückzog, fehlte eigentlich nichts: Schlagzeug, Gitarre und Gesang reichen wirklich, auch in der Riesenarena. Wie ein Berserker bearbeitete Carney seine Drums, ein virtuoser Schlagzeuger. Und Auerbach ist einfach ein sehr guter Gitarrist, dessen hohe, wandlungsfähige Stimme schön zwischen Schmerz und Sehnsucht changierte.

Als die Zugaben kamen, standen die beiden wieder zu zweit auf der Riesenbühne. Viel Applaus, am Ende warf Carney seine Stöcke fast verlegen ins Publikum. Diese beiden Jungs muss man einfach mögen.

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