Jena/Wiesbaden (dpa) - Das Bundeskriminalamt (BKA) fordert mehr Personal für die Ermittlungen zur rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Die bislang 360 Beamten sollten durch 50 zusätzliche Ermittler von der Bundespolizei und aus den Ländern verstärkt werden.

In der kommenden Woche will er seine Bitte den Länder-Innenministern in einer Telefonschaltkonferenz vorbringen, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Die Bundesanwaltschaft will nach einem «Focus»-Bericht die eigene Ermittlungsarbeit im rechtsradikalen Milieu der vergangenen Jahre überprüfen lassen. Dazu werde die frühere Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof, Ruth Rissing-van Saan, als interne Sonderermittlerin eingesetzt. Geprüft werden solle besonders, ob es Ansätze für eine weitaus frühere Ermittlung gegen die Zwickauer Terrorzelle gegeben hätte. Von der Bundesanwaltschaft war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Unterdessen liegt nach Informationen des «Focus» ein kriminaltechnisches Gutachten vor, das die einzige Überlebende der Zelle, Beate Zschäpe, als Brandstifterin überführt. Ein Chemiker des Landeskriminalamtes Sachsen habe in Strümpfen der 37-Jährigen Rückstände gefunden, die höchstwahrscheinlich von Benzin stammten. Auch in den Resten der ausgebrannten Wohnung seien Benzinspuren gefunden worden. Zschäpe soll die Wohnung am 4. November 2011 angezündet haben, um Beweise zu vernichten.

Ihre Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos waren zuvor bei einem Bankraub im thüringischen Eisenach von der Polizei aufgespürt worden und hatten sich getötet. Dem aus Jena stammenden Trio werden unter anderem zehn Morde und eine Reihe von Banküberfällen zur Last gelegt. Laut «Spiegel» stehen nach BKA-Ermittlungen 17 Anmietungen von Leihwagen und Wohnmobilen durch die Gruppe in zeitlichem Zusammenhang mit deren mutmaßlichen Straftaten.