München (dpa) - Aufstiegsfavorit Eintracht Frankfurt und das Überraschungsteam des SC Paderborn waren die großen Gewinner beim Kaltstart der 2. Fußball-Bundesliga nach der Winterpause.

Nachdem Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf sowie die Verfolger Greuther Fürth und FC St. Pauli am 20. Spieltag gepatzt hatten, wurde die Eintracht ihrer Favoritenrolle am Sonntag mit einem 2:1 (2:1)-Zittersieg gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig gerecht.

Die Hessen rückten mit 42 Punkten hinter Düsseldorf (43), das nur ein 1:1 in Ingolstadt erzielt hatte, auf Platz zwei vor. Hinter Frankfurt folgt schon der punktgleiche SC Paderborn, der seinen Höhenflug am Freitagabend mit einem 3:2-Heimsieg gegen Union Berlin fortgeführt hatte. «Ein Aufstieg wäre eine absolute Sensation», meinte Trainer Roger Schmidt zurückhaltend. Man habe im Vergleich zu den Konkurrenten «die schlechtesten Bedingungen».

Unterschätzt wird der Außenseiter beim heißen Fünfkampf an der Tabellenspitze nicht mehr. «Die Paderborner sind so gut drauf. Ich erwarte, dass die ersten Fünf der Tabelle bis zum Saisonende dabei sind», sagte Frankfurts Manager Bruno Hübner. Seine Eintracht wurde gegen Braunschweig kalt erwischt: Dennis Kruppke brachte die Gäste nach einem Konter in der 5. Minute in Führung. Zum Matchwinner für die Frankfurter avancierte Alexander Meier, der jeweils per Kopf seine Saisontore neun und zehn erzielte (11./22.).

Auf den Anschluss zur Spitzengruppe hofft insgeheim auch noch der Tabellensechste 1860 München, der vor dem Heimspiel am Montagabend (20.30 Uhr) gegen Energie Cottbus den Vertrag mit Trainer Reiner Maurer um ein Jahr verlängerte. «Ich werde alles dafür tun, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen», erklärte der 51-jährige Maurer.

Einen ganz wichtigen 2:1-Heimsieg feierte am Sonntag auch der Karlsruhe SC im Abstiegskampf. Pascal Groß (22.) und Steffen Haas (55.) drehten die Partie nach dem frühen 0:1 durch ein Kopfballtor von Ronny König (17.). Der KSC steckte auch den Platzverweis von Delron Buckley weg (57.). Neuer Tabellenletzter ist Hansa Rostock, der eine ärgerliche 1:2-Niederlage in Bochum kassierte. Nikoloz Gelaschwili erzielte das Siegtor für den VfL (76.). Bei den Rostockern verschoss Marek Mintal einen Handelfmeter (43.).

Spitzenreiter Düsseldorf beklagte in Ingolstadt nicht nur den Verlust von zwei Punkten. Beim 1:1 am Samstag sah zudem Andreas Lambertz die Gelb-Rote Karte (67.). Damit fehlt der Kapitän am kommenden Montag im Topspiel gegen Eintracht Frankfurt. Jens Langeneke rettete mit einem umstrittenen Foulelfmeter einen Zähler. «Wir hatten Chancen, aber wenn du eine Spitzenmannschaft sein willst, musst du die auch ausnutzen», klagte Fortuna-Coach Norbert Meier.

St. Pauli patzte mit 1:2 in Aachen. Benjamin Auer (13. Minute/ Foulelfmeter) und Aimen Demai (15.) erzielten die Tore für die Alemannia, die wichtige Punkte im Abstiegskampf verbuchte. Der aus Schalke gekommene Albert Streit feierte über zwei Jahre nach seinem letzten Bundesligaspiel einen guten Einstand im Aachener Trikot. Kapitän Fabian Boll konnte für St. Pauli nur verkürzen. «Die Leistung war enttäuschend», kommentierte Pauli-Coach André Schubert.

Ernüchterung herrschte am Wochenende auch in Fürth nach der 1:3-Niederlage in Dresden. «Das war ein Denkzettel für uns», sagte Kapitän Thomas Kleine selbstkritisch. Die Chance zur Wiedergutmachung kommt schon am nächsten Spieltag, wenn Paderborn nach Fürth kommt.