Köln (SID) - Bob Hanning, Manager des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, fordert nach dem Aus der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Serbien in einem Thesen- und Positionspapier gravierende strukturelle Änderung im Deutschen Handballbund (DHB). "Die Strukturen des DHB müssen professionalisiert werden. Der Verband muss nach innen und nach außen ein modernes Profil erhalten", lautet eine Aussage von Hanning.

Nachdem die deutschen Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme in Belgrad geplatzt sind, hofft der Vize-Präsident der Handball-Bundesliga (HBL) vor allem auf personelle Weichenstellungen. "Innerhalb des DHB müssen kompetente Personen die Verantwortung übernehmen. Die Umsetzung muss in der laufenden Legislaturperiode erfolgen", so Hanning.

Zu der von Füchse-Torwart Silvio Heinevetter angestoßenen Diskussion um den in die Kritik geratenen Präsidenten Ulrich Strombach meinte der 43-jährige: "Präsident Strombach hat beim letzten Bundestag seine Bereitschaft für eine verkürzte Legislaturperiode bis 2013 erklärt. Die Suche nach einem Nachfolger muss harmonisch und gemeinsam mit den Landesverbänden erfolgen."

Für Hanning sind Veränderungen innerhalb des Verbandes dringend notwendig, soll die deutsche Mannschaft in Zukunft wieder um Titel mitspielen: "Die Aufgaben des DHB müssen definiert und die Kernaufgaben benannt werden. Eine Professionalisierung der Leitungsebene ist notwendig." Im Moment so Hanning, "sind internationale Titelgewinne durch die A-Nationalmannschaft nicht möglich, und es funktioniert definitiv nicht, so weiterzumachen wie bisher".

Für Hanning liegt die Basis des Erfolgs in einer nachhaltigen Stärkung der Nachwuchsarbeit, auch deshalb sei "ein Verjüngungsprozess notwendig, der von allen Beteiligten den entsprechenden Mut erfordert". Dazu gehört für den ehemaligen Co-Trainer der Nationalmannschaft die Integration von vier Spielern unter 23 Jahren in die Nationalmannschaft, aber auch von mindestens drei deutschen Spielern unter 25 Jahren in die Kader der Bundesliga-Mannschaften. Zudem fordert der 43-Jährige einen Schulterschluss zwischen DHB, Landesverbänden und den Klubs der Bundesliga.