Griechenland ringt um neues Sparprogramm

Athen (dpa) - Bis Ende dieser Woche will die griechische Regierung ein umstrittenes neues Sparpaket auf den Weg bringen. Damit würde das pleitebedrohte Land nach zähen Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern die Bedingungen für weitere Milliardenhilfen erfüllen. Allerdings steht die innenpolitische Zustimmung noch aus: Ministerpräsident Lucas Papademos wollte sich am heutigen Mittwoch die Billigung der drei Regierungsparteien holen. Das ist Voraussetzung, damit die Regierung das Sparprogramm offiziell beschließen und ins Parlament einbringen kann. Dort ist die Abstimmung voraussichtlich für diesen Sonntag vorgesehen.

Risse an Tragflächen: Sicherheitscheck für alle A380 angeordnet

Köln (dpa) - Nach neu entdeckten feinen Rissen in den Tragflächen eines Riesen-Airbus A380 sollen nun alle Maschinen dieses Typs einem Sicherheitscheck unterzogen werden. Das ordnete die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) nach Angaben eines Sprechers am Mittwoch in Köln an. Die Sicherheitsbehörde weitete damit ihre Anordnungen auf sämtliche A380 aus. Das sind nach derzeitigem Stand 68 Flugzeuge.

Exporte überspringen Billion-Euro-Marke - Dezember schwach

Wiesbaden (dpa) - Der deutschen Exportwirtschaft ist am Ende des Rekordjahres 2011 die Puste ausgegangen. Zwar überschritten die Ausfuhren im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro. Sie kletterten gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 1,06 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im Dezember fielen die Exporte im Vergleich zum Vormonat aber überraschend deutlich. Im Monatsvergleich gingen sie nach den Angaben kalender- und saisonbereinigt um 4,3 Prozent zurück - und fielen damit so kräftig wie seit Januar 2009 nicht mehr.

Eon: Trotz Kälte keine Lieferengpässe bei Gas

Essen (dpa) - Bei der Gasversorgung deutscher Haushalte und Unternehmen gibt es nach Einschätzung des Energieriesen Eon trotz der Kälte derzeit keine Lieferengpässe. «Wir können alle unsere vertraglichen Verpflichtungen erfüllen», sagte der Vertriebschef für Deutschland, Stefan Vogg, am Mittwoch in Essen. Die Speicher seien zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich gut gefüllt. «Die Liefersituation ist entspannt», sagte er. In den vergangenen Tagen hatte die russische Gazprom wegen der extremen Kälte weniger Gas nach Europa exportiert. Die Einschränkung hatte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin damit begründet, dass der Staatskonzern zuerst die gestiegene Nachfrage auf dem heimischen Markt bedienen müsse.

Opel-Betriebsrat dementiert: GM plant keine Werksschließung

Rüsselsheim/Bochum (dpa) - Der defizitäre Autobauer Opel kommt nicht zur Ruhe. Angesichts der schwachen Absatzzahlen und der verfehlten Ergebnisziele machen erneut Spekulationen um neue Einschnitte die Runde. Allerdings wies der Opel-Betriebsrat am Mittwoch Meldungen über geplante Werksschließungen bei Opel entschieden zurück. «Ich habe überhaupt keinen Hinweis darauf, dass (die US-Mutter) GM plant, bestehende Verträge mit uns zu verletzen», sagte der Opel-Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug. Die Verträge schließen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2014 aus.

Schlecker-Familie: Firmengründer zieht sich im Sommer zurück

Wien/Ehingen (dpa) - Gründer Anton Schlecker will bereits in einem halben Jahr aus der Führung seiner insolventen Drogeriekette ausscheiden. Wenn «alles positiv» verlaufe, werde sich sein Vater im August oder September komplett aus dem Unternehmen zurückziehen, sagte Lars Schlecker am Mittwoch in Wien. «Es wird eine Veränderung der Firmenstruktur geben.» Gleichzeitig sucht das Unternehmen intensiv nach finanzkräftiger Unterstützung. «Ein Investor ist wahrscheinlich und notwendig», sagte Lars Schlecker. Über die Höhe einer möglichen Beteiligung und die Zahl der Verhandlungspartner wollte er sich nicht äußern. Ähnliche ndeutungen hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz vergangene Woche gemacht - der aktuell die maßgeblichen Entscheidungen trifft.

Nokia verlagert Smartphone-Produktion nach Asien

Espoo (dpa) - Der kriselnde Handy-Marktführer Nokia zieht in einem radikalen Schnitt die Reißleine in Europa: Die Smartphone-Produktion wird nach Asien verlagert, mehrere tausend Arbeitsplätze fallen weg. Insgesamt sind in Ungarn, Finnland und Mexiko 4000 der zusammen 6900 Mitarbeiter betroffen. Die Verbliebenen sollen die Telefone an lokale Märkte anpassen, dabei geht es zum Beispiel um die Installation zusätzlicher Software oder eine Umverpackung, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Der Umzug in die Nähe der asiatischen Zulieferer solle für ein höheres Innovationstempo und eine bessere Verzahnung mit den Bauteile-Herstellern sorgen, erklärte Nokia. Den betroffenen Mitarbeitern solle bei der Suche nach neuen Jobs geholfen werden.

Griechenland-Hoffnung treibt Dax auf neues Sechsmonatshoch

Frankfurt/Main (dpa) - Hoffnungen auf Fortschritte in Griechenland haben den Dax am Mittwoch auf ein Sechsmonatshoch getrieben. Der deutsche Leitindex stieg um 0,67 Prozent auf 6800 Punkte und knüpfte damit nach zwei schwächeren Tagen wieder an seinen Aufwärtstrend an. Bereits am Vortag war das Börsenbarometer zum Handelsauftakt auf den höchsten Stand seit Anfang August geklettert, wegen der Sorgen über die griechischen Schuldenprobleme aber schnell wieder abgebröckelt. Der MDax gewann am Mittwoch 0,46 Prozent auf 10 354 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,20 Prozent auf 773 Punkte vor. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3274 (Dienstag: 1,3113) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7534 (0,7626) Euro.