Moskau (dpa) - Durchbruch zu einem mehrere Millionen Jahre alten See: Nach mehr als 30 Jahren Bohrarbeiten durch fast vier Kilometer dickes Eis sind russische Forscher zum Wostok-See in der Antarktis vorgedrungen.

Medien in Moskau sprachen vom größten Ereignis der Antarktis-Forschung der vergangenen 100 Jahre. Das Team habe in 3769,30 Meter Tiefe die Oberfläche des seit etwa 500 000 Jahren isolierten Gewässers erreicht. Das teilte das Ministerium für Naturressourcen am Mittwoch nach Angaben der Agentur Itar-Tass in Moskau mit.

Die Mission ist umstritten. Westliche Forscher fürchten, dass das Ökosystem des größten unterirdischen Sees der Antarktis verschmutzt werden könnte. Möglicherweise existieren dort unbekannte Bakterien. Der See ist nach Angaben von Experten mehrere Millionen Jahre alt.

US-Wissenschaftler hatten ihren russischen Kollegen vorgeworfen, bei der Bohrung Kerosin und Frostschutzmittel zu verwenden. Dies könnte den unter einem Gletscher liegenden See verschmutzen. Expeditionsleiter Waleri Lukin wies dies zurück. Die Technologie sei bei ähnlichen Missionen in Grönland erprobt worden, sagte er.

Die Sowjetunion hatte mit den Forschungsbohrungen unter einer Polarstation in den 1970er Jahren begonnen. Erst 1996 entdeckte ein russisch-britisches Team den See.

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