Minsk (dpa) - Die deutsche Eishockey-Auswahl hat beim Belarus-Cup die höchste Pleite seit knapp zwei Jahren kassiert. Die Truppe von Bundestrainer Jakob Kölliker unterlag im ersten Turnierspiel in Minsk mit 0:4 (0:1, 0:3, 0:0) und spielt damit in der Platzierungsrunde um Rang drei.

Für den Trainer, der sich auf seine erste Weltmeisterschaft auf der deutschen Bank vorbereitet, war es die zweite Niederlage im sechsten Länderspiel. Nun trifft Deutschland am Samstag auf die Schweiz. Die Eidgenossen, gegen die das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beim Deutschland-Cup erfolgreich war, unterlagen der Slowakei mit 1:3.

Den Hausherren gelang im ersten Drittel durch Andrej Stepanow in Unterzahl die Führung (12. Minute), in Durchgang zwei sorgten Anatoli Protassenja (25.), Stepanow mit seinem zweiten Tor (27.) und Alexej Kaljuschny (29.) für den Endstand. Insgesamt waren die Weißrussen cleverer und im Abschluss vor dem Tor kaltschnäuziger. Dem Torhüter der Gastgeber - dem früheren DEL-Profi der Nürnberg Ice Tigers und Berlin Capitals, Andrej Mesin - gelang vor 8150 Zuschauern auch dank einer starken Abwehr ein Shutout.

Deutschlands Cracks kassierten im Sportpalast von Minsk die erste Zu-Null-Niederlage seit 15 Spielen. Zuletzt war im April 2011 in Schweden kein eigener Treffer gelungen. Mit vier oder mehr Toren Unterschied hat eine deutschen Herren-Nationalmannschaft zuletzt bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver verloren - damals setzte es gegen den Gastgeber und Olympiasieger Kanada eine 2:8-Abfuhr.

Für Coach Kölliker sind die beiden Spiele in Weißrussland der letzte Test vor Beginn der WM-Vorbereitung im April. Für den erstmals ausgetragenen Belarus-Cup hatte der Trainer aus der Schweiz unter anderem Evan Kaufmann von den DEG Metro Stars als Neuling nominiert.

Gegen die Weißrussen, bei denen einige Spieler Erfahrung aus der russischen KHL mitbrachten, war die junge Mannschaft aus Deutschland in beinahe allen Belangen unterlegen. Bezeichnend dafür war das erste Gegentor, das in Überzahl-Situation fiel. Im ersten Drittel ließ das DEB-Team, bei dem der Münchner Verteidiger Felix Petermann als bester Spieler ausgezeichnet wurde, sogar eine 5:3-Überzahl ungenutzt verstreichen.