Berlin (dpa) - Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff wollen die Koalitionsspitzen weiter über die Nachfolge beraten.

Im Kanzleramt werden neben den Parteichefs Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Philipp Rösler (FDP) auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und FDP erwartet.

Merkel, Seehofer und Rösler hatten bereits gestern Abend (Freitag) die Lage erörtert. In Koalitions- und Regierungskreisen wird damit gerechnet, dass Merkel voraussichtlich bis Wochenbeginn einen Kandidaten präsentieren wird, den auch SPD und Grüne mittragen könnten. Offen ist noch, wann die Kanzlerin ihre angekündigten Gespräche mit den Spitzen von SPD und Grünen aufnimmt.

Wulff hatte gestern mit sofortiger Wirkung sein Amt aufgegeben. Der 52-Jährige zog damit die Konsequenzen aus der Affäre um mögliche Vergünstigungen von befreundeten Unternehmern, die sich schon seit Mitte Dezember hinzog. Mit nur 598 Tagen war Wulff so kurz im Amt wie noch nie ein Präsident zuvor.