Sinsheim (SID) - Nachdem sich Nikolce Noveski ausgerechnet in der fünften Jahreszeit beim selbsternannten Karnevalsverein FSV Mainz 05 wieder einmal zum Narren gemacht hatte, suchte der Mainzer Kapitän kommentarlos das Weite. Dass der Mazedonier beim 1:1 (1:1) bei 1899 Hoffenheim zum sechsten Mal in seiner Bundesliga-Karriere ins eigene Tor getroffen und damit den Rekord von Manfred Kaltz eingestellt hatte, führte wohl selbst beim besonnenen Verteidiger zu einem hohen Frustfaktor.

Aus Sicht Noveskis kam erschwerend hinzu, dass er schon beim 0:4 der Mainzer im Hinspiel ein Eigentor erzielt hatte. Der Pechvogel wurde aber immerhin von Thomas Tuchel getröstet. "Er tut mir leid, er kann nichts dafür", kommentierte der Trainer die Szene aus der 9. Minute. Manager Christian Heidel blieb nur Galgenhumor: "Er ist er kurioserweise immer da, wo es brennt."

Allerdings scheint bei den Rheinhessen in dieser Hinsicht generell etwas schiefzulaufen. Von den insgesamt zehn Eigentoren in der laufenden Saison geht die Hälfte auf das Konto der Mainzer. "Das passt zu unserer Saison. Das kostet uns Punkte und Nerven", sagte Tuchel: "Im Verhältnis zu unserem Aufwand haben wir viel zu wenig Ertrag."

Das gilt auch für Mohamed Zidan. Zwar hat der Rückkehrer von Meister Borussia Dortmund bisher in allen drei Partien für den FSV getroffen, am Ende stand aber immer nur ein 1:1. Im letzten Spiel vor der Verpflichtung des Ägypters gewannen die Mainzer 3:1 gegen den SC Freiburg. "Wir sollten das kombinieren, damit ein Schuh draus wird", sagte Tuchel, der seinen Profis am Sonntag und Rosenmontag frei gegeben hat: "Dennoch sind die Leistungen Zidans der Beweis dafür, dass ein Spieler das richtige Umfeld braucht, um 100 Prozent Leistung zu bringen."

Auch Zidan will mit seinen Toren endlich zu einem Erfolg beitragen: "Ich spiele in Mainz mit einer Riesenfreude. Ich hoffe, es reicht bald für einen Sieg - am besten schon am Sonntag im Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern."