Nürnberg (SID) - Den jüngsten Chaostagen folgte nun auch ein weiterer sportlicher Rückschlag: Der 1. FC Köln unterlag beim 1. FC Nürnberg nach einer erschreckend schwachen Leistung verdient mit 1:2 (0:1) und rutscht nach der vierten Niederlage im fünften Rückrundenspiel immer tiefer in die Krise. Trainer Stale Solbakken und seinem Team stehen unruhige Karnevalstage bevor. Dem Club gelang in einer zerfahrenen Bundesliga-Partie dagegen der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Vor 38.101 Zuschauern brachte Alexander Esswein die Nürnberger, die zuletzt beim 0:0 in Augsburg enttäuscht hatten und jetzt schon vier Spiele ohne Sieg sind, mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze in der 28. Minute in Führung. Milivoje Novakovic glich mit der ersten Chance für Köln in der 66. Minute aus. Bis dahin hatten die Gäste ohne den verletzten Nationalspieler und Torjäger Lukas Podolski offensiv nicht stattgefunden. Den entscheidenden Treffer für den Club erzielte schließlich Tomas Pekhart (85.).

Beim FC hatte es in den vergangenen Tagen reichlich Unruhe gegeben. Zunächst hatte Podolski in einem Interview die Vereinsführung hart kritisiert. Dann sorgte Miso Brecko, den Solbakken in Nürnberg von Beginn an aufbot, mit einem Unfall unter Alkoholeinfluss für Aufsehen, ehe sich einige FC-Profis einen Karnevalsausflug bis in die Morgenstunden leisteten.

Solbakken richtete vor dem Auftritt in Nürnberg angesichts der Vorflle zwar deutliche Worte an sein Team - angekommen sind diese offenbar aber kaum. Die Kölner präsentierten sich gegen den Club vor allem vor der Pause nicht bundesligatauglich. Vor einer Ordnung im Kölner Spiel war ebenso wenig zu sehen wie von Einsatz, Ideen oder Tempo.

Der Club, bei dem Winterzugang Hanno Balitsch ein ordentliches Debüt ablieferte, hatte so trotz einer allenfalls durchschnittlichen Leistung zunächst kaum Probleme, die Gäste in Schach zu halten. Größtes Manko beim FCN war jedoch, dass die durchaus vorhandenen Chancen nicht genutzt wurden. So verpassten insbesondere Esswein, Dominic Maroh und Markus Feulner nach gut einer Stunde das 2:0.

Dies sollte sich rächen. Köln, das nach dem Wechsel etwas aktiver wurde, kam durch die erste Möglichkeit zum Ausgleich. Nach Hereingabe von Odise Roshi stocherte Novakovic den Ball über die Linie. Nürnberg mühte sich weiter, jedoch zunächst ohne Erfolg. Pech hatte vor allem Timothy Chancler mit einem Pfostenschuss, bevor Pekhart schließlich alles klar machte.