Riga (dpa) - Das EU-Mitgliedsland Lettland entscheidet in einer Volksabstimmung, ob Russisch als zweite Amtssprache neben Lettisch eingeführt wird. Bis zum Mittag hatten nach Angaben der Wahlkommission fast 27 Prozent der Stimmberechtigten gewählt.

Experten in der baltischen Ex-Sowjetrepublik rechnen nicht mit der benötigten Mehrheit für die Initiative. Andernfalls könnte Russisch zur 24. Amtssprache der Europäischen Union werden. Mit einem vorläufigen Ergebnis wird in der Nacht gerechnet.

Für die Verfassungsänderung ist die Zustimmung von mindestens der Hälfte der 1,5 Millionen Stimmberechtigten nötig. Laut letzten Umfragen befürwortet aber nur rund ein Viertel der Bevölkerung das von der Bürgerbewegung Muttersprache initiierte Vorhaben.

Bei eisigen Temperaturen bildeten sich vereinzelt Schlangen vor den Wahllokalen in der Hauptstadt Riga und anderen Teilen des Landes, berichten lokale Medien. Rund ein Drittel der 2,3 Millionen Einwohner in dem Land von der Größe Bayerns ist russischer Herkunft, in Riga ist es sogar fast jeder Zweite.

Wahlkommission