Passau/Berlin (dpa) - Spitzenvertreter von CSU und FDP haben zum Beginn des politischen Aschermittwochs versucht, die Wogen nach dem Koalitionskrach um den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck zu glätten.

«Wir haben ja mit der Kandidatur von Herrn Gauck überhaupt keine Probleme, im Gegenteil, wir unterstützen das», sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch im «Morgenmagazin» des ZDF. Sein Kollege Patrick Döring von der FDP sagte: «Ich würde die Benennung um unser höchstes Amt im Staate nicht als Machtpoker bezeichnen.»

«Es gibt durchaus Fragen darüber, wie sich das Verfahren gestaltet hat, aber in der Sache, in der Person, da stehen wir hinter Gauck», sagte Dobrindt. «Ich glaube, dass er ein guter Bundespräsident für Deutschland ist.» Döring bekräftigte: «Wir haben am Ende festgestellt, dass Joachim Gauck uns mit seiner Freiheitsbotschaft am nächsten steht und das auch der Bundeskanzlerin ganz partnerschaftlich mitgeteilt.» Innerhalb der schwarz-gelben Koalition hatte es am Sonntag heftigen Streit um den Nachfolgekandidaten des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff gegeben.

Gauck habe schon bei der vergangenen Wahl große Sympathien bei den Liberalen gehabt. «Es tut auch mal gut, wenn der kleinere Partner den größeren überzeugt», sagte Döring. Er glaube nicht, dass die Personalie negative Auswirkung auf die Regierungs- und Koalitionsarbeit mit der Union habe. «Die Entscheidung für Joachim Gauck hat überhaupt nichts mit Überlegungen für das Wahljahr 2013 zu tun.»

Empfehlungen aus der CSU, Gauck möge doch jetzt seine Lebensgefährtin heiraten, wies Dobrindt entschieden zurück. «Ob jemand und wie jemand verheiratet ist, und wann er heiratet, das ist eine ganze private Entscheidung. Diese Lebensverhältnisse müssen diejenigen Leute besprechen, die es angeht, sonst niemand, da geben wir überhaupt keine Ratschläge.»

Gauck ist seit zwölf Jahren mit seiner Lebensgefährtin liiert, von seiner Frau aber nicht geschieden. CSU-Familienpolitiker Norbert Geis hatte am Dienstag gefordert, Gauck solle seine «persönlichen Lebensverhältnisse» ordnen.