Athen (dpa) - Die griechische Regierung hat am Freitag das offizielle Angebot zum Schuldenschnitt an die Banken und andere private Geldinstitute gemacht. Das entsprechende Dokument wurde vom Ministerrat gebilligt. Details des Programms sollen im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

«Wir dürfen keine Zeit verlieren», sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Am Donnerstag hatte das griechische Parlament nach siebenstündiger Debatte das Gesetz für einen Schuldenschnitt gebilligt. Für das Gesetz stimmten die Fraktionen der Sozialisten und der Konservativen im Block, wie das Präsidium des Parlaments mitteilte. Der Schuldenschnitt soll die griechische Schuldenlast um 107 Milliarden Euro verringern. Insgesamt sollen private Gläubiger auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Athen verzichten.

Das Gesetz sieht laut Finanzministerium vor, dass die privaten Gläubiger auch zum Forderungsverzicht gezwungen werden könnten, falls die Beteiligung am freiwilligen Schuldenschnitt zu niedrig ausfallen sollte.

Hinzu kommt der Tausch der restlichen Papiere zu deutlich schlechteren Bedingungen. Die neuen Anleihen sollen bis 2015 einen Zinssatz von 2 Prozent haben. Danach soll der Zinssatz stufenweise steigen - bis 2021 auf 3,0 Prozent, danach 4,3 Prozent. Verzicht und veränderte Konditionen summieren sich nach Berechnungen von Experten auf einen Verlust von über 70 Prozent des Nominalwerts der Anleihen. Die Eckpunkte des Angebots zum Schuldenschnitt liegen der Nachrichtenagentur dpa vor.

Erklärung der Eurogruppe vom 9.2.2012

Bankenverband IIF zu Gläubigerbeteiligung (englisch)

Gipfel-Erklärung vom Oktober 2011

Erklärung der Bundesregierung nach Oktober-Gipfel zum 2. Griechenland-Paket