Kairo/Beirut (dpa) - Trotz der jüngsten internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe hat Syriens Regime seine Offensive gegen die Gegner von Präsident Baschar al-Assad fortgesetzt.

Am Samstagmorgen nahmen Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten Ziele in der Provinz Hama unter Beschuss. Mindestens elf Menschen seien getötet worden, hieß es.

Auch in der seit Wochen umkämpften Protesthochburg Homs dauerten die Gefechte weiter an. Der syrische Aktivist Omar Homsi sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass Dutzende Geschosse auf das Viertel Al-Chalidija gefeuert und vier Menschen getötet worden seien.

Das Rote Kreuz hat derweil erste Verletzte sowie Frauen und Kinder aus Homs herausgeholt. Hicham Hassan vom Roten Kreuz sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, 7 Verletzte und 20 Frauen und Kinder seien zunächst in Sicherheit gebracht worden. Die Lage in Homs werde immer schlimmer und es werde mehr Hilfe für die Verletzten benötigt.

Der Konvoi von Ambulanzfahrzeugen des Syrischen Roten Halbmonds und des Roten Kreuzes sei am Freitagnachmittag in den Stadtteil Baba Amro gefahren und habe die Menschen in Sicherheit gebracht. Zu diesem Zeitpunkt habe jedoch keine Kampfpause geherrscht.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) setzt sich für eine täglich zweistündige Kampfpause ein, um die Menschen in den Krisenregionen besser versorgen zu können. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Hassan, dass die Verhandlungen mit Repräsentanten der syrischen Regierung und der Opposition wieder aufgenommen worden seien. Ziel der Helfer sei es, alle Verletzten aus dem belagerten Baba Amro herauszubringen.

Am Freitag hatte sich die neue Kontaktgruppe der Freunde Syriens erstmals in Tunesien getroffen, um über eine Lösung des Konflikts zu beraten. Die mehr als 60 Staaten und Organisationen drohten mit weiteren Sanktionen. Assad wurde aufgefordert, ins Exil zu gehen.