Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Dienstag nach uneinheitlichen US-Konjunkturdaten auf Berg- und Talfahrt gegangen. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex aber wieder 0,56 Prozent höher bei 6887,63 Punkten und blieb damit nur knapp unter seinem Tageshoch.

Damit setzte das Börsenbarometer den Zickzackkurs der vergangenen Tage fort. Der MDax gewann 0,60 Prozent auf 10 442,73 Punkte und für den TecDax ging es um 0,95 Prozent auf 776,03 Punkte hoch. Börsianer sahen überraschend deutlich gefallene Aufträge für langlebige Güter zwischenzeitlich als Kursbelastung, wobei die Experten der NordLB zwar eine Schwäche einräumten, aber von einem Ausrutscher sprachen. Ein deutlich aufgehelltes Verbrauchervertrauen in den USA sorgte dann endgültig für Entspannung.

Die Nachrichten aus Irland, wo das Volk über den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin abstimmen soll, hatten laut Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital nur wenig Einfluss auf die Notierungen. Das Vertragswerk brauche nur die Zustimmung von zwölf der 17 Euro-Länder, um in Kraft zu treten. Viele glaubten zwar, dass eine Ablehnung durch Irland die Kreditwürdigkeit des Landes und vielleicht sogar den Verbleib in der Eurozone gefährden könnte. «Wegen der negativen Auswirkungen auf die irische Wirtschaft ist eine Ablehnung aber sehr unwahrscheinlich», so Huber.

Zu den Verlierern im Dax gehörten die Bayer-Aktien, die nach Zahlen um 0,13 Prozent auf 55,84 Euro nachgaben. Der Chemie- und Pharmakonzern hatte im vergangenen Jahr die selbst gesteckten Ziele erreicht, Händlern zufolge die Markterwartungen aber knapp verfehlt. Dagegen ließen gute Zahlen des irischen Wettbewerbers CRH die Anteilsscheine des Baustoffkonzerns HeidelbergCement um 2,01 Prozent auf 40,250 Euro steigen.

Im TecDax ging es für die Nordex-Papiere um 1,27 Prozent bergab. Der Windkraftanlagenhersteller rutschte 2011 wegen des Preiskampfs in der Branche in die roten Zahlen. Einen Zahlungsaufschub durch die Gläubiger honorierten die Aktien des angeschlagenen Solarkonzerns Q-Cells indes mit Kursaufschlägen von 3,29 Prozent.

Im MDax sorgten Analystenkommentare für Bewegung. Nach einer Hochstufung durch die Commerzbank stiegen die Papiere des Fernsehsenders ProSiebenSat.1 um 2,69 Prozent und besetzten damit den Spitzenplatz im Index der mittelgroßen Werte. Zweitbester Wert waren die Titel des Bezahlfernsehsenders Sky Deutschland, die dank einer positiven Studie der US-Bank Merrill Lynch 2,05 Prozent gewannen.

Der EuroStoxx schloss 0,27 Prozent höher bei 2518,04 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls moderat nach oben. Der New Yorker Dow Jones zeigte sich zum europäischen Handelsschluss 0,25 Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,49 (Vortag: 1,52) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 131,47 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,21 Prozent auf 140,04 Punkte. Der Kurs des Euro stieg auf 1,3458 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3454 (1,3388) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7433 (0,7469) Euro gekostet.