Bremen (SID) - Zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der ARD ist 100 Tage vor dem Beginn der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine offenbar ein Streit entbrannt. Dabei geht es um die Anstoßzeit für die EM-Generalprobe der deutschen Mannschaft am 1. Juni in Leipzig gegen Israel. Die ARD hat als Anstoßzeit 20.30 Uhr festgelegt, Bundestrainer Joachim Löw hatte sich bereits im Vorfeld für 18.00 Uhr eingesetzt, damit seine Akteure noch am Abend problemlos in ihre jeweiligen Heimatorte zurückreisen können, um sich zwei Tage bestmöglich zu regenerieren.

Die Spieler haben am 2. und 3. Juni noch einmal frei, ehe die DFB-Delegation am 4. Juni gegen Mittag vom Frankfurter Flughafen aus in ihr EM-Quartier in die Nähe von Danzig reist. "Das wird eine harte Angelegenheit. Wir wollen 18 Uhr, die ARD 20.30 Uhr als Anstoßzeit. In den nächsten 14 Tagen fällt die Entscheidung", sagte DFB-Manager Oliver Bierhoff der Bild.

Das Problem bei der Anstoßzeit zur Primetime wäre, dass viele Spieler nicht mehr mit dem Flugzeug nach Hause kämen und so auf wertvolle Regenerationszeit verzichten müssten. Für Löw ist dies angeblich ein untragbarer Zustand. Derzeit wird intensiv zwischen der ARD und dem DFB verhandelt, möglicherweise wird ein Kompromiss in Form einer Anstoßzeit von 19.00 Uhr gefunden.

Kurios jedoch, dass der DFB selbst auf seiner Homepage bereits 20.30 Uhr als Anstoßzeit angegeben hat. Dagegen wird für das Länderspiel gegen die Schweiz am 26. Mai in Basel noch keine Anstoßzeit genannt. Auch bei diesem Test möchte Löw gerne um 18.00 Uhr spielen, weil die DFB-Auswahl direkt nach dem Spiel wieder in ihr Trainingslager nach Südfrankreich zurückfliegen möchte. Das ZDF als übertragender Sender wird dieser Bitte aber wohl nachkommen, weil ab 20.15 Uhr in der ARD der 57. Eurovision Song Contest aus Baku live übertragen wird, der ein Publikumsrenner ist.