Brüssel/Berlin (dpa) - Im Anschluss an den EU-Gipfel werden die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder an diesem Freitag in Brüssel nun doch nicht in kleiner Runde tagen. Das bestätigten EU-Diplomaten am Dienstag.

Grund dafür sei, dass Deutschland an seiner strikten Ablehnung gegen die vieldiskutierte Aufstockung des künftigen Euro-Krisenfonds ESM festhalte, hieß es in Brüssel. Thema dieses angedachten Euro-Gipfels - zu dem es keine offizielle Einladung gab - sollte eigentlich die Erhöhung des Krisenfonds sein.

In deutschen Regierungskreisen in Berlin wurde betont, im Dezember seien Beratungen für März vereinbart worden. Deutschland halte sich an den Zeitplan und sei bereit, noch im März erneut zu beraten. Unklar ist noch, auf welcher Ebene dies geschehen wird.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte bereits gesagt, er erwarte eine Entscheidung über die Aufstockung des ESM erst in den kommenden Wochen. Er rief die EU-Länder dazu auf, mehr für die Ankurbelung der Wirtschaft, die Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu tun. Nur mit konjunkturellem Wachstum könne Europa aus der Krise kommen.

Der ESM umfasst bisher 500 Milliarden Euro und soll am 1. Juli den bisherigen Rettungsfonds EFSF ablösen. Zuletzt hatten der Internationale Währungsfonds IWF, aber auch die USA sowie die EU-Kommission eine Erhöhung dieses Schutzwalls verlangt. Nur so könne eine Ansteckung auf andere Euro-Schuldensünder vermieden werde. Die Bundesregierung ist dagegen, jedoch in ihrem Widerstand zunehmend isoliert.