Berlin (SID) - Mit großer Empörung hat die israelische Botschaft in Berlin auf die antisemitischen Beleidigungen gegen den israelischen Fußballprofi Itay Shechter vom Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern reagiert. "Über die antisemitischen und rassistischen Ausfälle gegenüber Itay Shechter sind wir entsetzt", sagte der israelische Gesandte Emmanuel Nahshon auf SID-Anfrage: "Wir haben volles Vertrauen in die deutschen Autoritäten und sind sicher, dass sie die oder den Täter schnellstmöglich zur Rechenschaft ziehen werden."

Derweil geht die Polizei bei der Suche nach den Tätern zahlreichen Hinweisen nach. Am Sonntag hatte eine Gruppe von fünf bis zehn Personen während des Trainings des abstiegsbedrohten Klubs Shechter antisemitisch beleidigt und den "Hitler-Gruß" gezeigt. Mit besonders drastischen Worten hat die Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland reagiert. "Gerade als begeisterter Fußballfan bin ich total schockiert. Denn wenn ausgerechnet der Sport missbraucht wird, um Rassismus und Judenhass zu transportieren, dann ist das eine Schande und ein Skandal für den ganzen deutschen Fußball", sagte Zentralrats-Präsident Dieter Graumann in einer Stellungnahme.

Die Ermittlungen der Polizei laufen derweil. "Nach dem Aufruf des FCK und unserem Aufruf sind viele Hinweise eingegangen. Wir sind dabei, diese zu überprüfen und zu schauen, ob sie uns weiterbringen. Wir sind aber noch nicht so weit, die möglichen Täter zu identifizieren", sagte ein Polizeisprecher dem SID. 

Die offizielle Fanvertretung des FCK entschuldigte sich im Namen der gesamten Anhänger für die antisemitischen Beleidigungen. "Die Äußerung, die gegenüber der Mannschaft von einem Einzelnen getroffen wurde, spiegelt in keinster Weise die Meinung der Fangemeinschaft des 1. FC Kaiserslautern wider", hieß es in einer Mitteilung: "Die Fanvertretung distanziert sich von rassistischen, diskriminierenden und antisemitischen Äußerungen in jeglicher Form."