Warschau (dpa) - Die europäischen Topvereine und die UEFA setzen den Fußball-Weltverband FIFA unter Druck. Die Clubvereinigung ECA und die Europäische Fußball-Union einigten sich darauf, dass es künftig im August keine Länderspiele mehr geben soll.

Zudem wolle die UEFA schon von der EM im Juni an alle Nationalspieler gegen Verletzungen bei Länderspiel-Reisen versichern, gleiches erwartet die ECA auch von der FIFA. «Die Einigung mit der UEFA ist ein großer Durchbruch für den europäischen Vereinsfußball», erklärte ECA-Vorsitzende und Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei der Eröffnung der ECA-Generalversammlung in Warschau.

Die FIFA aber sperrt sich bislang gegen die Pläne. Eine neue Spielplanregelung kann eigentlich frühestens nach der WM 2014 greifen. Die Entscheidung muss die FIFA-Exekutive treffen. «Die Diskussionen mit dem FIFA-Präsidenten haben bislang zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt», räumte Rummenigge nach Gesprächen mit Weltverbandschef Joseph Blatter ein.

Daher ist auch offen, ob die 201 Top-Clubs Europas und die UEFA tatsächlich die Abschaffung des August-Spieltags durchsetzen können. Geht es nach der ECA und dem europäischen Verband, soll es zudem in Zukunft nur noch Doppel-Spieltage der Nationalmannschaften geben. Insgesamt sollen maximal neun solcher Spieltage innerhalb von zwei Jahren zulässig sein. Einzeln angesetzte Länderspiele wie die Partie der DFB-Auswahl am Mittwoch in Bremen gegen Frankreich wären damit ausgeschlossen.

Eingewilligt hat die UEFA auch in höhere Entschädigungszahlungen für die Abstellung der Nationalspieler. Für die EM in Polen und der Ukraine sollten eigentlich insgesamt 55 Millionen Euro an die Vereine fließen. Dieser Betrag werde deutlich höher ausfallen, hieß es in der Mitteilung der ECA. Die tatsächliche Summe werde die UEFA am 22. März bei ihrem Kongress in Istanbul bekanntgeben. Für die EM 2016 werde der Betrag noch einmal erhöht.

Darüberhinaus werde die UEFA beginnend mit der EURO 2012 die Nationalspieler versichern. Ziel der Clubs ist es, dass künftig alle bei europäischen Vereinen spielenden Profis unabhängig von ihrer Herkunft von ihren Verbänden gegen Verletzungen im Nationaltrikot abgesichert sind. Bislang tragen die Clubs das finanzielle Hauptrisiko. «Ich danke der UEFA und besonders UEFA-Präsident Michael Platini aufrichtig im Namen aller europäischen Vereine», sagte Rummenigge.

Die gemeinsame Absichtserklärung von ECA und UEFA wird zum 1. Juni wirksam und läuft bis 30. Mai 2018. Gefordert wird darin auch, dass alle Kontinentalturniere am Saisonende bis Mitte Juli abgeschlossen sein sollen und Spieler pro Jahr nicht mehr als ein Turnier bestreiten.