Frankfurt/Main (SID) - Der nach acht Jahren scheidende DFB-Boss Theo Zwanziger verzichtet im Gegensatz zu seinen Vorgängern Egidius Braun und Gerhard Mayer-Vorfelder auf das Amt des DFB-Ehrenpräsidenten. Damit kehrt der 66 Jahre alte Jurist aus Altendiez dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach dem Außerordentlichen Bundestag am Freitag in Frankfurt/Main den Rücken und wird sich in Zukunft auf seine Arbeit beim Weltverband FIFA konzentrieren.

"Einen dritten Ehrenpräsidenten kann es nicht geben. Das schließen die DFB-Statuten aus, die ich selbst entwickelt habe. Wolfgang Niersbach hat mir zwar angeboten, die Statuten zu ändern, aber das kommt für mich nicht infrage. Es ist mir nicht wichtig. Ich habe vielmehr das Gefühl, dass ich in meinen acht Jahren als DFB-Präsident gute Entscheidungen getroffen habe und der Verband gut dasteht. Zudem gehe ich nie in ein Gremium, in dem ich schon mal den Vorsitz hatte. Das habe ich noch nie gemacht", sagte Zwanziger im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Damit werden weiter nur Braun und Mayer-Vorfelder als DFB-Ehrenpräsidenten geführt. Braun hat Sitz und Stimme im DFB-Präsidium, fehlte zuletzt aber zumeist krankheitsbedingt. Mayer-Vorfelder hat zwar ebenfalls einen Sitz im DFB-Vorstand, ist im Gegensatz zu Braun aber nicht stimmberechtigt.

Derweil enthüllte Zwanziger überraschend, dass er bereits Monate vor seiner offiziellen Rücktrittserklärung Anfang Dezember entschieden habe, sein Amt vorzeitig aufzugeben. "Das war schon im vergangenen Sommer. Und es hing vor allem mit meiner Wahl in die Exekutive der FIFA und der daraus resultierenden Belastung zusammen. Damit habe ich ja nie gerechnet. Nicht nur, weil ich dachte, dass Franz Beckenbauer weitermacht. Ich war nach Beckenbauers Rücktritt der festen Überzeugung, dass es jemand aus der Liga macht. Aber beispielsweise ein Uli Hoeneß betrachtet die Dinge lieber von außen als von innen", sagte Zwanziger.