Köln (SID) - Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar legt im öffentlichen Zwist zwischen dem Deutschen Handballbund (DHB) und der Liga nach und kritisiert Manager Heiner Brand für dessen Aussagen im kicker. "Sicher muss man Heiner seine Meinung und auch Kritik zugestehen, aber dieses Interview war nicht gerade konstruktiv. Er hat nur den Verband verteidigt und zurück geschossen", sagte Kretzschmar im Gespräch mit der Handballwoche.

Dem 39-Jährigen stößt vor allem die Art und Weise auf, wie sich der ehemalige Bundestrainer geäußert hat. "Man sollte nicht beleidigt reagieren, sondern konstruktiv. Meiner Meinung nach hat Heiner die Dinge nicht gerade objektiv betrachtet", erklärte Kretzschmar weiter.

Brand hatte vor einer Woche im Interview mit dem Magazin Kicker zum Rundumschlag gegen die Liga ausgeholt und so den Konflikt zwischen Verband und Liga weiter verschärft. Brand sagte unter anderem, dass "jeder in seinem Laden nach dem Rechten schauen müsse." Auch Nationaltorhüter Silvio Heinevetter von den Füchsen Berlin, der unter anderem den Rücktritt von DHB-Präsident Ulrich Strombach gefordertert hatte, und dessen Vereinsmanager Bob Hanning wurden für ihre Kritik von Brand scharf gerügt.

Kretzschmar dagegen erneuerte seine Schelte gegen den größten Handball-Verband der Welt. "Es gibt kein gutes Krisenmanagement", sagte Kretzschmar und ergänzte: "Das Verhalten des Präsidenten zum Beispiel ist doch bezeichnend. Er sitzt die Situation und die Kritik einfach aus. Für mich ist das ein Zeichen, dass ein wenig Wahrheit in den geäußerten Vorwürfen liegt." Strombach, der bis 2013 gewählt ist, hatte Heinevetters erste Verbal-Attacken als "Peanuts" abgetan, sich anschließend aber nicht mehr öffentlich geäußert.

Liga-Chef Frank Bohmann dagegen hofft, dass alle Beteiligten in naher Zukunft einen gemeinsamen Konsens finden. "Es geht um Dinge, die uns alle angehen. Wir sitzen alle in einem Boot", sagte Bohmann. Und auch Kretzschmar schlägt in die gleiche Kerbe: "Es geht doch um die Sportart und nicht um Personen."