Opposition: Merkel nach Griechenland-Entscheidung beschädigt

Berlin (dpa) - Nach dem Verfehlen der Kanzlermehrheit bei der Abstimmung des Bundestags über das zweite Griechenland-Hilfspaket sehen SPD und Grüne Kanzlerin Merkel schwer beschädigt. «Merkel hat ihre Regierung nicht mehr im Griff», sagte SPD-Generalsekretärin Nahles. Sie verwies auf Äußerungen von Innenminister Friedrich, der vor der Abstimmung einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ins Spiel gebracht hatte. Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Beck sagte, erstmals habe Merkel die Kanzlermehrheit bei einer europapolitischen Entscheidung verfehlt.

Blutvergießen in Syrien geht nach Referendum weiter

Damaskus (dpa) - In Syrien reißt die Gewalt auch nach dem Referendum über eine neue Verfassung nicht ab. 135 Menschen seien gestern getötet worden, berichteten syrische Menschenrechtsaktivisten von den lokalen Koordinierungsbüros. Die arabischen Staaten und die Türkei wollen erneut in den Vereinten Nationen einen Anlauf unternehmen, um das syrische Regime wegen der Gewalt gegen das eigene Volk zu verurteilen. Über den Entwurf wollen die Antragsteller heute nach einer Dringlichkeitsdebatte des UN-Menschenrechtsrates zur Syrien-Krise in Genf abstimmen lassen.

Amnesty wirft Iran Einschüchterung vor Parlamentswahl vor

Berlin (dpa) - Im Iran ist nach Einschätzung von Amnesty International vor der Parlamentswahl an diesem Freitag eine massive Einschüchterungskampagne in Gang. Die Verfolgung von Oppositionellen sei «deutlich verschärft» worden, kritisierte die Menschenrechtsorganisation in einem Bericht. Auf diese Weise sollten Proteste wie nach der Präsidentenwahl 2009 verhindert werden. Als Favoriten bei der Wahl gelten die religiös orientierten Konservativen um Parlamentspräsident Ali Laridschani und die nationalistisch orientierten Kräfte von Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Geheimdienste vereiteln angeblich Attentat auf Putin

Moskau (dpa) - Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Russland ist ein Bericht des Staatsfernsehens über ein vereiteltes Attentat auf Kandidat und Regierungschef Wladimir Putin auf Skepsis gestoßen. Wie der vom Kreml kontrollierte Kanal meldete, wollten drei Russen Putin im Auftrag des tschetschenischen Terrorchefs Doku Umarow nach der Abstimmung töten. Die russischen Islamisten im Nordkaukasus nahestehende Webseite kavkazcenter.com nannte den Bericht «unsinnige Vorwahl-Propaganda». Kommunistenchef Gennadi Sjuganow sprach von einem «billigen Trick». Putins Sprecher wies die Vorwürfe zurück.

Polizei räumt Lager von Kapitalismuskritikern in London

London (dpa) - Die Polizei ist in den Morgenstunden gegen ein seit Monaten bestehendes Lager von Kapitalismuskritikern vor der Londoner St. Paul's Kathedrale vorgegangen. Nach Worten eines BBC-Reporters wurden Dutzende Zelte sehr schnell weggeräumt. Im Einsatz seien mehr als 100 Polizisten und auch Gerichtsbeamte gewesen. Der Protest von Finanzmarktkritikern nahe der Londoner City hatte Mitte Oktober 2011 begonnen. In Anlehnung an die Occupy-Bewegung an der New Yorker Wall Street wollen die Demonstranten auf die Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten aufmerksam machen.

Unicef: Immer mehr Kinder leben im Elend der Slums

Köln (dpa) - Mit dem weltweiten rasanten Wachstum der Städte nimmt auch die Zahl der Kinder zu, die im Elend der Slums aufwachsen. Inzwischen lebt die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen - rund eine Milliarde - in Städten. Jedes dritte Kind wird in einem der vielen überbevölkerten und unsicheren Slums groß, oft unterernährt, ohne Zugang zu Schulen und Gesundheitsversorgung. Das berichtet Unicef in seinem Jahresreport «Zur Situation der Kinder in der Welt 2012». In den Metropolen der Entwicklungs- und Schwellenländer werden 30 bis 50 Prozent der Neugeborenen nicht einmal registriert.