Potsdam (dpa) - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die Ergebnisse einer neuen Studie zur Integrationsbereitschaft von Muslimen in Deutschland relativiert.

Er warnte am Donnerstag in Potsdam davor, Teilergebnisse in den Vordergrund zu stellen. «Das Gesamtbild sagt, die Muslime in Deutschland lehnen Terrorismus kategorisch ab.» Zudem gebe es die Muslime als Kategorie eigentlich nicht. «Das ist eine ganz vielschichtige Gruppierung.»

Aus der Studie im Auftrag seines Ministeriums geht hervor, dass ein Viertel (24 Prozent) der Muslime zwischen 14 und 32 Jahren, die keinen deutschen Pass haben, nicht bereit ist, sich zu integrieren. Sie könnten bezeichnet werden als streng religiös, «mit starken Abneigungen gegenüber dem Westen, tendenzieller Gewaltakzeptanz und ohne Integrationstendenz», heißt es.

Friedrich sagte zu den 24 Prozent: «Diese Zahl - unabhängig davon, ob sie in dieser Größenordnung realistisch sein mag oder nicht, bestätigt, dass wir in der Grundtendenz richtig gehandelt haben, die Integration weiter ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen.» Als Beispiele nannte Friedrich die Integrationskurse, für die seit 2005 mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben worden sei, und die von ihm ins Leben gerufene sogenannte Sicherheitspartnerschaft mit muslimischen Verbänden, um Radikalisierungen vorzubeugen.

Der Bundesinnenminister sagte, es gebe unter jungen Muslimen oft das Gefühl, sie würden - was den Islamismus angeht - unter Generalverdacht gestellt. «Auch das ist etwas, wo wir dagegen arbeiten müssen - auch in der öffentlichen Darstellung», mahnte er. So ein Generalverdacht sei ungerecht. «Und ich glaube auch, dass er allgemein nicht existiert.» Aber junge Muslime spürten ihn. «Wir müssen dafür sorgen, dass das nicht mehr so ist», sagte Friedrich.

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