Brüssel (dpa) - Im Ringen um eine Aufstockung des geplanten dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM zeichnet sich eine vorsichtige Bewegung Deutschlands ab.

Die Bundesregierung, die bisher eine Erhöhung der Kreditobergrenze von 500 auf fast 750 Milliarden Euro ablehnte, sehe die Volumenfrage offen, hieß es aus der Regierung. Berlin sei bereit, zu prüfen, ob überhaupt und wenn ja um wie viel Milliarden Euro der Fonds aufgestockt werden müsste.

Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) könne sich prinzipiell vorstellen, ihren Widerstand gegen die von vielen Ländern geforderte vorübergehende Erhöhung aufzugeben. «Diesem Druck werden wir uns auf Dauer nicht widersetzen können», zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten Gesprächspartner.

Die Kanzlerin halte eine ESM-Aufstockung «materiell» weiterhin nicht für zwingend. Der «Rest der Welt» habe sich aber nun einmal darauf versteift, dass eine Aufstockung aus «psychologischen Gründen» nötig sei. Bei einer Aufstockung der Hilfen würde Deutschland mit 280 Milliarden Euro haften. Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.

EU-Gipfel Hintergrundmaterial

Beschlüsse EU-Gipfel vom Dezember 2011

Vertrag Euro-Länder zu ESM