Bremen (dpa) - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihren ersten Test im EM-Jahr verpatzt. Ohne ein halbes Dutzend Stammkräfte unterlag das junge Team von Joachim Löw gegen Frankreich mit 1:2. Der Bundestrainer will das Resultat nicht überbewerten, sieht aber noch Handlungsbedarf bis zur EM.

«Ich glaube, unsere Basis ist gut. Wir haben mit vielen, vielen guten Spielen die Erwartungshaltung angehoben. Aber im März sind schon viele Dinge passiert bei uns in den letzten Jahren. Was im März passiert ist für den Trainer nicht so ausschlaggebend», sagte Löw nach der Partie. Für die Titelmission im Sommer in Polen und der Ukraine hat der Test in Bremen für Löw Erkenntnisse gebracht. «Ich denke, dass wir gerade in der Defensive einiges tun müssen Richtung EM», sagte der Chefcoach.

Nicht nur bei den Gegentoren von Oliver Giroud (21.) und Florent Malouda (69.) machte die nach den Ausfällen von Kapitän Philipp Lahm und Innenverteidiger Per Mertesacker umformierte Abwehr keinen sicheren Eindruck. «Defensivarbeit mit der gesamten Mannschaft ist immer ein bisschen schwieriger. Das zu perfektionieren, da müssen wir schon auch arbeiten. Das war nicht unbedingt das Gelbe vom Ei», sagte Löw.

Das Tor von Cacau (90.+1) war der erste deutsche Treffer gegen Frankreich seit genau 22 Jahren. Der mäßige Gesamteindruck wurde dadurch nicht verbessert. Grundsätzliches zu ändern, kommt für Löw aber nicht in Frage. «Der Plan und die Inhalte stehen, das ist klar, das hängt nicht mit diesem einen Spiel zusammen», sagte Löw nach dem letzten Test vor seiner EM-Kaderverkündung Anfang Mai.

Die öffentliche Erwartungshaltung ist nach der ersten Niederlage seit März 2011 vorerst wieder etwas gedämpft. «Wir müssen uns hinterfragen, warum wir etwas leichtfertig gespielt haben», sagte Thomas Müller. Ersatz-Kapitän Miroslav Klose wollte aber nicht zu negativ Richtung EM blicken. «Wenn es darauf ankommt, ist unsere Mannschaft da», versprach der Römer.

Wie der Münchner Holger Badstuber (Bauchmuskelprobleme) wurde Klose (Knöchel) wegen einer Blessur von Löw zur Vorsicht in der Pause ausgewechselt. André Schürrle musste schon kurz vor dem Seitenwechsel mit einer Nasenblessur vom Platz, kann aber offenbar am Wochenende für Bayer Leverkusen in der Bundesliga gegen den FC Bayern am Samstag mit einer Gesichtsmaske spielen.

Die Münchner mussten neben Badstubers Malheur noch eine Verletzungsmeldung aus dem französichen Team zur Kenntnis nehmen. Franck Ribéry wurde nach einem Pferdekuss am Oberschenkel von Marco Reus ebenfalls vorsichtshalber ausgewechselt. «Er konnte zur Halbzeit kaum noch laufen. Ich hoffe auf eine schnelle Genesung, dass er ein gutes Saisonfinale bei seinem Verein erlebt», sagte Frankreichs Trainer Laurent Blanc.