Hamburg (dpa) - Das Karriere-Netzwerk Xing will mit Anwendungen externer Entwickler frischen Wind auf seine Plattform bringen. «Da erwarten wir einige spannende Applikationen», sagte Vorstandschef Stefan Groß-Selbeck am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Er nannte als Beispiel Terminplaner und Anwendungen für Wettgemeinschaften. In der Bilanz für 2011 wies Xing rote Zahlen aus; Grund war eine einmalige Wertberichterstattung bei der Präsenz in Spanien und der Türkei. Künftig will sich das Unternehmen aufs Kerngeschäft in den deutschsprachigen Ländern konzentrieren.

Für die Entwicklung externer Applikationen stellt Xing in Kürze eine Software-Schnittstelle (API) bereit, für die sich nach Angaben Groß-Selbecks bereits eine vierstellige Zahl von Entwicklern registriert hat. «Die externen Anwendungen müssen aber immer in unseren Kontext passen», betonte der Internet-Unternehmer.

Der im Ausland entstandene Wertberichtigungsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe verursachte in der Xing-Bilanz für 2011 einen Verlust von 4,6 Millionen Euro. Ohne diesen Sondereinfluss hätte das Internet-Unternehmen nach eigenen Angaben einen Gewinn von 9,4 Millionen Euro erzielt, 31 Prozent mehr als 2010 (7,2 Millionen Euro).

So wies Xing beim Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ein Plus von 33 Prozent auf 22,2 Millionen Euro aus. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 66,2 Millionen Euro. Zufrieden ist das Unternehmen vor allem mit seinen Geschäften der Personalsuche im Netz, dem sogenannten Social Recruiting - hier stiegen die Erlöse um 65 Prozent auf 11,7 Millionen Euro. Bei den Werbeeinnahmen konnte Xing um 35 Prozent auf 5,3 Millionen Euro zulegen. Die Erlöse aus den Gebühren zahlender Mitglieder stiegen um 7 Prozent auf 45,6 Millionen Euro.

Mit der Mitgliederentwicklung zeigt sich Groß-Selbeck zufrieden. Im vergangenen Jahr seien mehr als 800 000 neue Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinzugekommen. «Dieses Wachstum war um zehn Prozent größer als 2010», sagte der Xing-Manager. «In diesem Jahr haben wir uns noch mehr vorgenommen.»

Impulse für die berufliche Vernetzung sieht Groß-Selbeck in der Entwicklung der Arbeitswelt: «Es wird häufigere Job-Wechsel geben und eine höhere Bereitschaft, das Angestellten-Dasein gegen eine Selbständigkeit einzutauschen.» Ein Business-Netzwerk könne da helfen, die Chancen dieser Entwicklung zu nutzen und sich gegen ihre Risiken abzusichern. «In unseren Kernmärkten sehen wir noch großes Wachstumspotenzial», sagte Groß-Selbeck. Bislang seien in Deutschland fünf Prozent der professionell tätigen Menschen bei Xing. In anderen Ländern nutzten schon 10 bis 15 Prozent in einem Business-Netzwerk.

Bei Xing können Mitglieder ein persönliches Profil anlegen und dieses öffentlich freigeben oder den Zugriff für die eigenen bestätigten Kontakte beschränken. Die kostenlose Mitgliedschaft ist auf die Kernfunktionen eingeschränkt.

Die kostenpflichtige Mitgliedschaft bietet erweiterte Such- und Kommunikationsmöglichkeiten. Mit fünf Millionen Mitgliedern ist Xing Marktführer in den deutschsprachigen Ländern; insgesamt nutzen mehr als elf Millionen Menschen die Xing-Dienste, darunter in Spanien und der Türkei. Das führende Business-Netzwerk weltweit ist LinkedIn mit mehr als 150 Millionen Mitgliedern.

Mitteilung zur Xing-Bilanz