Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Ende des Vorfeldstreiks sind am Frankfurter Flughafen nur noch wenige Flüge ausgefallen. Gestrichen wurden 23 Landungen und 12 Starts, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Donnerstag berichtete.

Der Flugverkehr habe sich weitgehend normalisiert. Für die nächsten Tage drohen zudem keine neuen Streiks, wie die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) erklärte. Vor Gericht ging es am Donnerstag um 3,2 Millionen Euro Schadenersatz, den Lufthansa, Air Berlin und Ryanair gemeinsam von der GdF für lediglich angedrohte Lotsenstreiks aus dem vergangenen Sommer verlangen.

Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte am Mittwoch nach knapp zwei Wochen den Vorfeldstreik auf Deutschlands wichtigstem Luftdrehkreuz gestoppt, weil die GdF mit zwei untergeordneten Streikzielen gegen die Friedenspflicht verstoßen habe. Der Streik wurde sofort beendet. Die rund 200 Streikenden haben mit dem Beginn der Frühschicht am Donnerstag faktisch wieder ihre Arbeit aufgenommen. Zuvor hatte dasselbe Gericht bereits einen Unterstützungsstreik durch die Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) untersagt, der wahrscheinlich den gesamten Flughafen lahmgelegt hätte.

Die GdF forderte am Donnerstag erneut Fraport zu neuen Verhandlungen für alle rund 200 Beschäftigten auf. «Letztlich kann auch Fraport kein Interesse an einem neuen Streik haben», sagte GdF-Sprecher Matthias Maas. Der Flughafenbetreiber will hingegen die Flugzeugeinweiser - knapp die Hälfte der Streikenden - nicht aus dem Haustarifvertrag entlassen. Fraport hat lediglich für die beiden anderen Berufsgruppen Vorfeldlotsen und Verkehrsplaner ein Angebot außerhalb des Haustarifs angeboten. Dies beinhalte weiterhin Steigerungen von bis zu 70 Prozent für die Lotsen, weil diese auf vergleichbare Gehälter der Kollegen in München verweisen könnten.

Die Lufthansa erhöhte den juristischen Druck auf die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF). Die Airline beharrte am Donnerstag bei einer Gerichtsverhandlung auf ihrer Millionenforderung nach zwei Streikankündigungen der Fluglotsen im vergangenen Sommer. «Es ist ein erheblicher Schaden verursacht worden», sagte der Anwalt der Fluggesellschaft am Donnerstag bei einem Gütetermin im Frankfurter Arbeitsgericht. Gemeinsam mit Air Berlin und Ryanair verlangt Lufthansa rund 3,2 Millionen Euro Schadensersatz von der GdF. Wie erwartet kamen die Parteien bei dem Gütetermin vor Gericht nicht zu einer Einigung. Am 16. August soll nun ein Arbeitsrichter über die Klage entscheiden.

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