Frankfurt/Main (dpa) - Die weltweite Konjunkturflaute hat den Maschinenbau noch immer fest im Griff. Die deutsche Schlüsselindustrie setzte ihre Talfahrt im Januar fort. Zum dritten Mal in Folge gingen bei den mittelständisch geprägten Betrieben weniger Bestellungen ein als im Vorjahr.

Dies berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt. Zum Jahresauftakt lagen die Auftragseingänge real um sechs Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Das Inlandsgeschäft sank um neun Prozent, das Auslandsgeschäft um vier Prozent. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich von November 2011 bis Januar 2012 ergibt sich insgesamt ein Minus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. «Dieser Rückgang kommt nicht überraschend, wir hatten ein sehr hohes Vorjahresniveau», sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Inzwischen zeichne sich aber eine Bodenbildung ab. Frühindikatoren nährten die Hoffnung, dass sich die Ordereingänge stabilisieren könnten. In den kommenden Monaten seien Minusraten im Vorjahresvergleich zwar weiter möglich, sagte Wiechers. Er betonte aber: «Für das zweite Halbjahr 2012 sind wir optimistisch. Das weltwirtschaftliche Umfeld hellt sich auf.»

Der VDMA hatte seine Produktionsprognose für das laufende Jahr kürzlich gekappt. Der Verband erwartet nun statt einem Plus von vier Prozent eine Stagnation. Wie Wiechers am Donnerstag erklärte, könnten die leichten Minusraten im ersten Halbjahr durch Zuwächse im zweiten Halbjahr aufgefangen werden.

Nach zwei starken Jahren mit einem Produktionszuwachs von zusammen 22 Prozent kann die Branche mit den bescheidenen Aussichten für 2012 leben. Zumal ihre Produkte im Ausland gefragt sind: Im vergangenen Jahr legte der Maschinenexport insgesamt um 14 Prozent zu, damit wuchs die Industrie im Ausland im Gleichschritt mit dem Plus im Inland.

Und: Alle wichtigen Märkte waren im Plus. China und die USA wuchsen um mehr als 20 Prozent, Frankreich immerhin um etwa 15 Prozent. Der Maschinenbau macht rund 75 Prozent seines Geschäfts im Ausland, die wichtigsten Abnehmerländer sind China, USA, Frankreich und Russland.

Mitteilung VDMA

O-Töne Ralph Wiechers