Madrid (dpa) - Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise in Spanien erwägen die Grand-Prix-Verantwortlichen, auf eines der beiden Formel-1-Rennen im Jahr zu verzichten.

Die Regionalregierung von Katalonien will erreichen, dass die Austragungsorte Montmeló bei Barcelona und Valencia sich künftig abwechseln. «Aus Budgetgründen wäre dies das Beste», sagte Germà Gordó, rechte Hand des katalanischen Regierungschefs Artur Mas, der Nachrichtenagentur dpa.

«Die Veranstaltung von Formel-1-Rennen verursacht bedeutende Kosten», meinte Gordó weiter. Spanien ist seit 2008 das einzige Land, in dem zwei Rennen im Jahr stattfinden - auf dem Circuit de Catalunya in Montmeló und im Hafenviertel von Valencia. Durch eine abwechselnde Austragung könnten nach Medienberichten etwa 20 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. In Deutschland hatten sich in den vergangenen Jahren der Nürburg- und der Hockenheim-Ring mit der Ausrichtung eines Formel-1-Rennens abgewechselt.

Die Katalanen hatten im vorigen Jahr bereits einen Vorstoß gestartet, waren in Valencia aber auf Ablehnung gestoßen. Nun aber scheinen die Valencianer wegen der geänderten Wirtschaftslage einer Einigung aufgeschlossen zu sein. Die Region Valencia ist so hoch verschuldet, dass sie Ende 2011 von der spanischen Zentralregierung vor einer Pleite gerettet werden musste.

Bernie Ecclestone dürfte der neue Vorstoß gelegen kommen. «Wir sollten dort nicht zwei Rennen haben», sagte der Formel-1-Chef im Januar den «Salzburger Nachrichten». «Ich versuchte lang, dass zwischen Barcelona und Valencia alternierend gefahren wird.»