Freiburg (SID) - Der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke ist mit seinem Rückzug aus der Doping-Kommission an der Universität Freiburg einer Demission zuvorgekommen. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Hochschule hervor. Darin akzeptiert Rektor Hans-Jochen Schiewer den Rückzug Frankes und die "sicher schwere Entscheidung" der Kommissionsvorsitzenden Letizia Paoli, "Professor Franke zu bitten, wegen der Verletzung der vereinbarten Vertraulichkeit die Kommission zu verlassen".

Details über die Art des Verstoßes Frankes wurden nicht genannt. Angeblich hat Franke Erkenntnisse aus der Arbeit der sogenannten "Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin" in seinen Rechtsstreit mit dem ehemaligen Olympiaarzt Georg Huber eingebracht.

Franke hatte am Donnerstag vor dem Freiburger Landgericht eine Niederlage hinnehmen müssen. Danach hatte er gesagt: "Ich kann die Geheimhaltung vieler strafwürdiger Delikte im Universitäts-Doping-System nicht verantworten." Der Molekularbiologe darf auch künftig nicht behaupten, Huber habe Radrennfahrer gedopt. Franke kann binnen eines Monats Berufung einlegen.

Ausschlaggebend für die Niederlage vor Gericht war laut Richter Claude Mathonia, dass es Franke versäumt habe, nach den im August 2008 erfolgten Dopinganschuldigungen des früheren Bahnradfahrers Robert Lechner gegenüber Huber den Vergleich binnen einer einjährigen Frist anzufechten. Franke hatte dies erst 2011 getan.