Berlin (dpa) - Nach dem Rekordjahr 2011 erwartet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für das laufende Jahr ein Exportwachstum von mehr als 3 Prozent.

Das geht aus dem am Sonntag veröffentlichten Außenwirtschafts-Report des Verbandes hervor, über den zuerst die Tageszeitung «Die Welt» (Samstag) berichtet hatte. Nach dem Dämpfer zum Jahresende habe sich die Stimmung in den Unternehmen gebessert. «Zum Jahreswechsel standen noch die Risiken im Vordergrund, jetzt hat sich die Stimmung aufgehellt», sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber laut Mitteilung.

«Die Aussichten für die deutsche Exportindustrie werden besser. Für das Jahr 2012 erwarten wir einen Anstieg der Exporte von drei Prozent plus x.» Die Einigung der Euroländer auf ein Rettungspaket für Griechenland habe die Finanzmärkte beruhigt, die Wirtschaft der USA entwickle sich besser als erwartet. Die Impulse aus Asien hätten etwas nachgelassen, stimulierten aber weiterhin die deutschen Exporte.

Die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft komme nicht nur Deutschland zugute. «Die wachsende Industrieproduktion in Deutschland treibt die Nachfrage nach ausländischen Gütern. Davon profitieren viele Länder in und außerhalb der Europäischen Union», so Kerber.

Der deutschen Exportwirtschaft war am Ende des Rekordjahres 2011 die Puste ausgegangen. Zwar überschritten die Ausfuhren nach Daten des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro. Sie kletterten gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 1 060,1 Milliarden Euro. Im Dezember fielen die Exporte im Vergleich zum Vormonat aber überraschend deutlich. Im Monatsvergleich gingen sie nach den Angaben kalender- und saisonbereinigt um 4,3 Prozent zurück. Das war das kräftigste Minus seit Januar 2009, als die deutschen Exporte infolge der Lehman-Pleite binnen Monatsfrist um 6,5 Prozent eingebrochen waren.

BDI-Außenwirtschafts-Report als pdf-File

Mitteilung Bundesamt vom 8.2.