Ruhpolding (dpa) - Die deutschen Biathleten hatten mit dem Ausgang des Verfolgungsrennens bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding nichts zu tun. Martin Fourcade setzte sich trotz vier Schießfehlern knapp vor dem Schweden Carl Johan Bergman und Russen Anton Schipulin durch.

Nach ihrem enttäuschenden Start bei der Heim-WM hofft das Herren-Team nun auf Wiedergutmachung. Denn in den ersten beiden Einzelentscheidungen an diesem Wochenende gingen nicht nur die großen Hoffnungsträger Arnd Peiffer und Andreas Birnbacher leer aus und blieben hinter ihren selbstgesteckten Erwartungen - und das, obwohl sie zusammen bisher fünf Saisonsiege geholt hatten.

Runterziehen lassen wollen sich die Skijäger nicht. «Bei den nächsten Rennen geht es wieder bei Null los. Wir greifen an und haben alle Chancen», sagte Birnbacher mit Blick auf das anstehende Einzel stellvertretend für seine Teamkollegen. «Wir waren heute auf Augenhöhe und das sollte uns Mut geben», erklärte Herren-Trainer Mark Kirchner.

Doch auch in der Verfolgung mussten die Deutschen wie bereits Tags zuvor im Sprint die Plätze auf dem Siegerpodest den anderen überlassen. Beim Verfolgungssieg von Fourcade, der bereits im Sprint triumphiert hatte, war Simon Schempp als Neunter bester Deutscher. Birnbacher wurde vor 28 000 Zuschauern in der proppevollen ChiemgauArena Zwölfter, der entthronte Sprint-Champion Arnd Peiffer landete auf Rang 17, Michael Greis lief als 23. und Florian Graf als 38. ins Ziel.

Eine bessere Ausgangsposition für das Jagdrennen hatten sich die Deutschen im Sprint verbaut, als sie bei den schweren Loipenbedingungen nicht das beste Material unter den Füßen hatten und auch am Schießstand nicht gut genug arbeiteten. Deshalb war das Motto für Sonntag: Abhaken und neues Selbstvertrauen holen. Und diese Taktik ging im Jagdrennen bei fast allen auf.

«Mit Platz neun kann ich richtig zufrieden sein», sagte der mit nur zwei Schießfehlern belastete Schempp. Birnbacher zog ebenfalls ein positives Fazit: «Das war ein Schritt nach vorne.» Das war auch die Quintessenz des entthronten Sprint-Weltmeisters Arnd Peiffer. Nach den Nackenschlägen in der Mixed-Staffel und im Sprint wartete der Harzer mit der viertbesten Laufzeit auf. «Das gibt Selbstvertrauen», meinte der 24-Jährige, der sich um 20 Plätze verbesserte.