Madrid (dpa) - Ohne Lionel Messi und in Unterzahl, aber dennoch gewonnen: Vier Tage vor dem Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen benötigte der FC Barcelona einen Kraftakt, um den Abstiegskandidaten Sporting Gijón mit 3:1 (1:0) zu bezwingen.

Seydou Keita (80. Minute) und Xavi (88.) erzielten erst in den Schlussminuten die Siegtreffer für die Katalanen, die auf den gelbgesperrten Weltfußballer Messi verzichten mussten.

Dabei schien die Partie im Camp-Nou-Stadion nach dem Führungstor von Andrés Iniesta (41.) eigentlich schon zur Halbzeit für Barça entschieden zu sein. Aber nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Weltmeister Gerard Piqué wurde wegen einer angeblichen «Notbremse» vom Platz gestellt, so dass die Blau-Roten fast 45 Minuten in Unterzahl spielen mussten. Unmittelbar darauf erzielte David Barral (49.) für den Vorletzten der Primera División den Ausgleich zum 1:1.

Der Meister und Champions-League-Sieger beendete die Partie mit neun Mann, da Alexis Sánchez nach Erschöpfung des Auswechselkontingents den Platz wegen eines Muskelfaserrisses verlassen musste. Der Chilene fällt bis zu zwei Wochen aus und wird im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen fehlen. Damit wird beim FC Barcelona, der das Hinspiel 3:1 gewonnen hatte, die Verletzten-Liste immer länger. Eric Abidal und Thiago Alcántara sind angeschlagen, David Villa, Andreu Fontàs und Ibrahim Afellay seit Monaten verletzt.

Die Katalanen fühlen sich in dieser Saison von den Schiedsrichtern systematisch benachteiligt. In der Partie gegen Gijón versagte der Madrider Unparteiische Carlos Velasco Carballo dem FC Barcelona drei «klare» Elfmeter, wie selbst mit Real sympathisierende Zeitungen einräumten. Trainer Josep Guardiola fällt es immer schwerer, dazu zu schweigen, aber er hat es sich zum Prinzip gemacht, nicht über die Schiedsrichter zu sprechen. «Es ist nicht die Schuld der Referees, dass wir nicht Tabellenführer sind», sagte er. «Aber dass wir so weit hinter Real Madrid zurückliegen, liegt auch nicht allein in unserer Verantwortung.»

Der Coach beklagt sich über die Unparteiischen, ohne sie direkt zu erwähnen. Kürzlich konstatierte er: «In dieser Saison werden wir nicht Meister werden.» Damit warf Guardiola nach übereinstimmender Ansicht der Kommentatoren im Titelkampf nicht das Handtuch, sondern drückte seinen Unmut über die Schiedsrichter aus. Das Sportblatt «El Mundo Deportivo» sprach von einem «Schiedsrichterskandal» und machte die Rechnung auf: Barça bekam in dieser Saison nur drei Elfmeter zugesprochen, Real dagegen zehn.