Surrey (dpa) - Der deutsche Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel hat die geplante Einführung der Torlinien-Technologie durch den Fußball-Weltverband FIFA begrüßt. «Ich freue mich darüber, weil es Schiedsrichter bei der Frage 'War der Ball im Tor: Ja oder nein?' nur entlasten kann.

Das hilft dem Schiedsrichter und dem Fußball - aber bitte so etwas auch nur bei dieser einen Frage», sagte Fandel der Nachrichtenagentur dpa. Dass die Rückmeldung durch die Torlinien-Technologie binnen einer Sekunde und unsichtbar für das Publikum - etwa per Vibration - an den Referee erfolgen soll, sei «genau die richtige Vorgehensweise. Es muss sehr schnell und sehr unauffällig über die Bühne gehen», sagte der 47-Jährige. Der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission beim Deutschen Fußball-Bund sprach sich gegen die von UEFA-Präsident Michel Platini bevorzugte Lösung mit den sogenannten Torrichtern aus.

«Bei dieser Dynamik im heutigen Fußball können wir noch so viele Torrichter einsetzen. Lasst uns die Fehlerquelle nicht von einem Menschen auf einen anderen verschieben. Wir brauchen 100-prozentige Sicherheit», forderte Fandel.

Die Regelhüter des International Football Association Board hatten sich zuversichtlich gezeigt, das Gesetz über die Einführung der Torlinien-Technologie am 2. Juli bei einer Sondersitzung zu verabschieden. Zwei Systeme sind noch im Rennen: Das HawkEye arbeitet mit Kameras und optischer Erkennung der Spielsituation, GoalRef nutzt ein magnetisches Feld und einen besonderen Ball, um Torsituationen zu erkennen.