Nürnberg (dpa) - Borussia Mönchengladbach hat die Steilvorlage des FC Bayern nicht genutzt und bleibt hinter den schwächelnden Münchnern weiter nur Tabellendritter der Fußball-Bundesliga.

Die Überraschungself vom Niederrhein musste sich nach zuletzt sieben Liga-Spielen ohne Niederlage beim 1. FC Nürnberg mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und läuft Tabellenführer Borussia Dortmund (55 Punkte) im Rennen um die Meisterschaft immer weiter hinterher.

Albert Bunjaku machte den neunten Saisonsieg der Franken mit seinem späten Treffer in der 87. Minute perfekt. Gladbach (47) liegt weiter einen Zähler hinter Rekordmeister Bayern München, der am Samstag in Leverkusen verloren hatte.

Nach drei Spielen ohne Niederlage lief diesmal vor 45 675 Zuschauern eine Stunde lang wenig zusammen in der Mannschaft von Dieter Hecking, der am Sonntag zum 75. Mal in der Bundesliga für Nürnberg auf der Trainerbank Platz nahm. Man wolle die Gladbacher «nicht nur ärgern, sondern auch schlagen», hatte der «Club»-Coach angekündigt.

Doch erst in der Schlussphase steigerten sich die Franken und hatten sogar die besseren Chancen - der dritte Bundesliga-Dreier in Serie war aber sehr glücklich. Im defensiven Mittelfeld musste Hecking auf den gesperrten Hanno Balitsch (5. Gelbe Karte) verzichten. Für den Routinier rückte der 22 Jahre alte Daniel Didavi in die Startelf. «Wir sind noch zu ängstlich im Spiel nach vorn», bemängelte Tribünengast Balitsch in der Pause und forderte: «Wir müssen uns nach vorn mehr zutrauen».

Dabei signalisierten die Gäste gleich mit ihren ersten Offensivaktionen, dass sie sich mit einem Punkt keinesfalls zufrieden wären. Hinterhaltschüsse von Marco Reus (4.) und Mike Hanke (6.) konnte «Club»-Keeper Raphael Schäfer mit den Fäusten wegboxen.

Igor de Camargo, der für Patrick Herrmann (Schlüsselbeinbruch) zum Einsatz kam, bildete mit Hanke das Gladbacher Sturmduo. Dahinter rückten Reus und Juan Arango gefährlich nach und wechselten oft die Positionen. Der Norweger Havard Nordtveit wäre bei einem Blitz-Konter fast durchgewesen, vertändelte den Ball aber (41.).

Die erste echte Torchance hatten die Gäste erst nach Wiederanpfiff, doch Arangos Schuss nach dem «Luftloch» von Timothy Chandler parierte Schäfer (48.). Die bis dato größte Chance der Gastgeber durch Chandler nach gefühlvoller Flanke von Alexander Esswein konnte Gladbachs Schlussmann ter Stegen reaktionsschnell parieren. Bei einem tückischen Freistoß (75.) hatte er einfach nur Glück, bei einem Hinterhaltschuss von Markus Feulner war er wieder auf dem Posten (78.).

Die Gäste-Mannschaft von Trainer Lucien Favre war zwar feldüberlegen, gegen die vielbeinige Abwehr der Franken fehlten aber die kreativen Ideen. So verebbten die meisten Angriffswellen an der Strafraumgrenze - Wirbelwind Herrmann wurde schmerzlich vermisst.

Bis zur Pause war die Partie im easyCredit-Stadion das Eintrittsgeld noch nicht wert. Vor allem die Mauer-Taktik der Nürnberger gefiel den Fans überhaupt nicht. Nach vorn ging bei den Franken fast gar nichts, so war der Didavi-Freistoß nach 34:33 Minuten die erste nennenswerte Aktion.