Sinsheim (SID) - Den FC Arsenal möglicherweise im Kopf, den 1. FC Köln aber nach wie vor im Herzen: Trotz der anhaltenden Wechselgerüchte um seine Person hat Lukas Podolski seinem Trainer Ståle Solbakken im Kampf um seinen Arbeitsplatz tatkräftig unter die Arme gegriffen. Die Lebensversicherung des 1. FC Köln rettete den abstiegsbedrohten Rheinländern zum Abschluss des 24. Bundesliga-Spieltages durch seinen späten Treffer ein 1:1 (0:1) bei 1899 Hoffenheim. Nach zuletzt drei Niederlagen durften sich die Kölner, bei denen unter der Woche die Wechselgerüchte um Podolski für reichlich Wirbel gesorgt hatten, immerhin mal wieder über einen Punkt freuen.

Podolski gelang in der 81. Minute mit seinem 16. Saisontor der Treffer zum Endstand. Die Geißböcke bleiben aber auf dem 14. Tabellenplatz und sind nur drei Zähler vom Relegationsplatz entfernt. Marvin Compper (33.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht. 1899 stellte durch sein siebtes Heim-Remis in Folge den Bundesligarekord ein. Der neue Hoffenheimer Coach Markus Babbel, der weiter auf seinen ersten Heimsieg warten muss, bleibt damit ungeschlagen.

"Unabhängig vom Ergebnis haben wir zur Pause gesagt, dass wir in der zweiten Hälfte eine Reaktion zeigen müssen und uns mal den Arsch aufreißen müssen. Wir können stolz sein auf unsere Leistung in der zweiten Hälfte", sagte FC-Torwart Michael Rensing mit Erleichterung in der Stimme nach dem Schlusspfiff bei Sky.

DFB-Sportdirektor und Sky-Experte Matthias Sammer machte Podolski ein Kompliment für dessen Umgang mit der schwierigen Situation: "Das nötigt mir Respekt ab, wie er das alles abschüttelt." Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann und Sportchef Volker Finke betonten zum wiederholten Male, dass sie den Publikumsliebling unbedingt am Dom halten wollen. "Unsere Priorität liegt derzeit ganz klar auf dem Kampf um den Klassenerhalt. Danach können wir uns über andere Dinge unterhalten", so Horstmann.

Die 29.250 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena sahen zu Beginn ein mäßiges Spiel. Erst in der 13. Minute sorgte ein Treffer des Hoffenheimers Boris Vukcevic, der von Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt wurde, für ein wenig Aufregung. Nach dieser Szene passierte wieder wenig vor beiden Toren. Die Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld, die Defensivreihen hatten ohne große Mühe alles im Griff.

Die beste Möglichkeit in dieser Phase vergaben die Kölner. Der Albaner Odise Roshi konnte die starke Vorarbeit von Podolski, der angeblich im Sommer für 18 Millionen Euro Ablöse zum FC Arsenal wechseln soll, nicht verwerten (30.). Besser machte es Compper auf der Gegenseite. Der Innenverteidiger erzielte nach einer Ecke von Sebastian Rudy per Kopf sein erstes Saisontor. Der Brasilianer Roberto Firmino vergab wenig später das mögliche 2:0.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs verpassten die Gastgeber erneut nur knapp den zweiten Treffer. Nach einer Hereingabe von Kapitän Andreas Beck kamen Tobias Weis und Srdjan Lakic einen Schritt zu spät (50.). Drei Minuten später konnte Verteidiger Jannik Vestergaard eine Möglichkeit per Kopf nicht nutzen. In der 57. Minute sorgte der Niederländer Ryan Babel mit einem Distanzschuss für Gefahr vor dem Kölner Tor, kurz darauf musste der angeschlagene Lakic vom Feld (59.).

In der 63. Minute hätte der für Lakic eingewechselte Sven Schipplock das zweite Tor machen müssen. Innerhalb weniger Sekunden brachte der Stürmer den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unter, bei seinem zweiten Versuch traf Schipplock die Latte. Nur zwei Minuten später prüfte Podolski mit einem Distanzschuss Hoffenheims Torwart Tom Starke. In der Schlussphase ließ der FC-Torjäger Starke bei seinem toll platzierten Kopfball ins linke Toreck aber keine Chance.