Sinsheim (dpa) - Mit seinem 16. Saisontor hat Lukas Podolski dem 1. FC Köln im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen wichtigen Punkt gerettet. Der Nationalstürmer erzielte beim 1:1 (0:1) der abstiegsbedrohten Rheinländer bei 1899 Hoffenheim in der 81. Minute per Kopf den glücklichen Ausgleich.

Vor 29 250 Zuschauern hatte Innenverteidiger Marvin Compper die unter Trainer Markus Babbel weiter unbesiegten Nordbadener in Führung gebracht. Kölns Trainer Stale Solbakken dürfte durch das Remis vor der nächsten Partie gegen die ebenfalls abstiegsbedrohte Hertha aus Berlin wenigstens etwas Ruhe gewonnen zu haben.

«Wir wollen von Beginn an Gas geben und den Kölner Riegel knacken» hatte Babbel vor der Partie gesagt und dementsprechend engagiert begann sein Team denn auch. Ohne Antreiber Sejad Salihovic, der aus disziplinarischen Gründen für zwei Spiele aus dem Profikader verbannt wurde, waren die Hoffenheimer dank hoher Laufbereitschaft von Beginn an präsenter. Vor allem Sebastian Rudy machte als kluger Ballverteiler und Salihovic-Vertreter bei den Standards eine gute Figur. Die Gastgeber bemühten sich, das Spiel in die Breite zu ziehen und so die beiden Kölner Viererketten zu destabilisieren.

Die Folge: Feldüberlegenheit für die TSG, aber keine klaren Gelegenheiten. Außer dem zu Recht nicht gegebenen Tor durch Boris Vukcevic (13.) wegen Abseitsposition gelang Hoffenheim vor dem gegnerischen Tor aus dem Spiel heraus zunächst wenig Vorzeigbares. Die schwachen Kölner wirkten unterdessen ähnlich mut-, fantasie- und konturenlos wie bei ihren zuletzt enttäuschen Leistungen. Podolski blieb unauffällig, auch wenn er an der auffälligsten Offensivszene des FC beteiligt war. Nach seiner Flanke von links vergab der Albaner Odise Roshi volley aus drei Metern und spitzem Winkel (31.).

Hoffenheim war gewarnt - und wurde bezeichnenderweise durch eine Standardsituation fürs Anrennen belohnt. Nur 120 Sekunden nach Roshis Hochkaräter köpfte Compper einen Eckball von Rudy zum hochverdienten 1:0 (33.) ein - bereits das 46. Gegentor für die Kölner, die nach dem SC Freiburg die zweitschlechteste Defensive der Liga stellen. Beflügelt durch die Führung, kombinierte die Babbel-Elf in der Folgezeit ihren Zug zum Tor auch mit der nötigen Dringlichkeit. Der Brasilianer Firmino köpfte nur knapp am langen Pfosten vorbei (40.).

Auch nach dem Wechsel drängten die Hoffenheimer mit ungebremstem Tatendrang auf die Entscheidung. Die Kölner bemühten sich jetzt und legten vor allem im Zweikampfverhalten zu. Hoffenheims Verteidiger Andreas Beck, der später seine zehnte Gelbe Karte sah und damit im nächsten Spiel gegen die Bayern fehlt, sorgte immer wieder mit Hereingaben für Gefahr. Nacheinander vergaben aber der erneut glücklose Srdjan Lakic (50.), Ryan Babel (57.) und der für Lakic eingewechselte Sven Schipplock (63.) mit einem Lattenknaller selbst beste Chancen. Wie so oft wurden die Hoffenheimer für fehlende Abschluss-Souveränität noch bestraft. Podolski verhinderte schließlich die 14. Saisonpleite der Kölner.