Halle (SID) - Der VfB Friedrichshafen hat die Siegesserie von Titelverteidiger Generali Unterhaching beendet und den Volleyball-Pokal erstmals seit vier Jahren wieder an den Bodensee geholt. Im Frauen-Finale hatte sich zuvor der Schweriner SC gegen Bundesliga-Spitzenreiter Rote Raben Vilsbiburg durchgesetzt.

Vor 10.200 begeisterten Zuschauern im Gerry-Weber-Stadion machte Rekordpokalsieger Friedrichshafen beim 3:0 (25:23, 25:20, 25:20) mit Unterhaching kurzen Prozess und sicherte sich nach einer Stunde und 21 Minuten Spielzeit den insgesamt elften Pokalsieg der Vereinsgeschichte. "Das war in dieser Deutlichkeit nicht vorauszusehen. Im ersten Satz hatten wir noch Schwierigkeiten, aber im zweiten und dritten waren wir überlegen", sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu. Haching hatte die vergangenen drei Endspiele in Halle/Westfalen für sich entscheiden können, war aber in diesem Jahr für die "Häfler" kein Gegner.

Unter den Augen des neuen Bundestrainers Vital Heynen entwickelte sich zunächst ein spannendes Duell auf Augenhöhe, bei dem die "Häfler" im ersten Satz lange einem knappen Rückstand hinterherliefen, aber im entscheidenden Moment die Punkte setzten. Satz zwei entschied das Moculescu-Team deutlich für sich, Haching leistete sich zu viele individuelle Fehler. Auch im entscheidenden dritten Satz liefen die Bayern der Musik hinterher und konnten Friedrichshafen nie wirklich unter Druck setzen.

Bundestrainer Heynen nahm im Gerry-Weber-Stadion die Hachinger Nationalspieler Max Günthör, Christian Dünnes und Denis Kaliberda unter die Lupe. Aufseiten des Siegers konnte der Coach Marcus Böhme beobachten.

Zuvor hatte sich der deutsche Meister aus Schwerin im Frauen-Finale gegen Vilsbiburg mit 3:1 (25:21, 25:15, 23:25, 27:25) durchgesetzt. "Das war ein echtes Pokalfinale, beide Teams haben unglaublich gekämpft", sagte SC-Trainer Teun Buijs, dessen Tochter Anne zur wertvollsten Spielerin ("MVP") gewählt wurde. Schwerin gewann zum insgesamt zwölften Mal ein Pokalfinale. Neben acht Titeln zu DDR-Zeiten sicherten sich die Schwerinerinnen den DVV-Pokal nach 2001, 2006 und 2007 zum insgesamt vierten Mal.

Zunächst sah es nach einem Durchmarsch des deutschen Meisters aus, der den ersten Satz knapp, den zweiten schon deutlicher für sich entscheiden konnte. Doch Vilsbiburg steckte nicht auf und bewies in Satz drei, dass das Team von Trainer Guillermo Gallardo zurecht an der Spitze der Bundesliga-Tabelle steht.

Schwerin gelang anfangs wenig, das Team von Trainer Buijs fand zwar in die Partie zurück, allerdings zu spät für einen Sieg ohne Satzverlust. Im vierten Durchgang behielt Schwerin die Nerven und machte den Sack zu. "Schwerin ist individuell besser besetzt", sagte Coach Gallardo, "und daher ein verdienter Sieger." Titelverteidiger Smart Allianz Stuttgart war im Halbfinale an den Roten Raben gescheitert.