London (SID) - Der französische Jungstar Yannick Agnel hat Weltrekordler Paul Biedermann beim olympischen Testwettbewerb der Schwimmer in London die Show gestohlen, das direkte Duell aber vermieden. Der 400-m-Europameister schwamm im Vorlauf über die 200 m Freistil in starken 1:46,73 Minuten die zweitbeste Zeit des Jahres und ließ seinen deutschen Rivalen, der ein Rennen zuvor ins Becken gegangen war, deutlich hinter sich.

Biedermann war in 1:48,72 zwar unter der EM-Norm geblieben, aber nicht zufrieden. "Ich habe nicht so viel geschlafen, um zwölf ins Bett, um sechs wieder raus", sagte der 25-Jährige, der sein Ticket für die Europameisterschaften in Debrecen (21. bis 27. Mai) als dreifacher WM-Dritter schon sicher hatte.

Agnel, der schon am nächsten Wochenende bei den französischen Meisterschaften um die Olympia-Qualifikation schwimmen muss, reiste bereits am Sonntag wieder ab und verzichtete auf das internationale Finale am Abend. Daraufhin meldete auch Biedermann für den Endlauf ab.

"Natürlich wäre ich gerne gegen ihn geschwommen, aber ob ich rangekommen wäre, wer weiß?", sagte der Hallenser, der am späten Samstagabend das internationale Finale über 400 m in mäßigen 3:50,95 Minuten gewonnen hatte, aber deutlich hinter dem britischen Sieger Robert Renwick (3:46,73) zurückgeblieben war. Die deutschen Schwimmer kämpfen erst bei der DM (10. bis 14. Mai) um ihre Olympia-Tickets.

Für die EM qualifizierten sich im Aquatics Centre Jenny Mensing (Wiesbaden) in 1:01,44 Minuten über 100 m Rücken und Caroline Ruhnau (Essen) in 1:09,01 über 100 m Brust. Am Samstag hatte bereits der Essener Hendrik Feldwehr ebenfalls über 100 m Brust sogar zweimal die EM-Norm unterboten, in 1:00,48 verfehlte er die Jahres-Weltbestzeit nur um fünf Hundertstelsekunden.