London (SID) - Schwimmstar Paul Biedermann ist vom olympischen Becken in London begeistert. "Es ist sehr schnelles Wasser. Das haben sie gut hingekriegt", sagte der Weltrekordler, der beim olympischen Testwettkampf am Wochenende zum ersten Mal im Aquatics Centre an den Start ging: "Es ist ein Meter tiefer als sonst, man kommt gut vorwärts."

Der dreifache WM-Dritte von Shanghai führt ein zwölfköpfiges Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) an, das in London schon einmal olympische Luft schnuppert und um die Qualifikation für die EM in Debrecen (21. bis 27. Mai) schwimmt.

Das 300 Millionen Euro teure Schimmstadion in Form einer Welle, das beim Olympia-Test nur 2500, in knapp fünf Monaten bei den Spielen aber 17.500 Zuschauer fasst, gefällt Biedermann. "Als ich reinkam, habe ich gedacht: Das ist aber ein bisschen eng", berichtete der 25-Jährige: "Wenn aber die Flügel an den Seiten aufgemacht werden, ist es so weitläufig wie in Peking."

Seine Eindrücke beim Olympia-Test hält der Hallenser auch für seine Kollegen fest, die nicht mit nach London geflogen sind. "Ich filme alles mit der Videokamera: die Wege, den Pool, einfach ein kleiner Einblick", sagte Biedermann: "Wer Lust hat, dem kann ich das zusenden." Seine vorolympischen Erfahrungen wird er auch an seine Freundin Britta Steffen weitergeben. Die Doppel-Olympiasiegerin hat auf einen Start in London verzichtet und nimmt stattdessen am nächsten Wochenende (9. bis 11. März) an der EM-Qualifikation in Magdeburg teil.

Logistisch sind Biedermann und Co. in der britischen Metropole auf sich allein gestellt. Weil die britischen Meisterschaften keine offizielle Veranstaltung des Olympia-Organisationskomitees sind, gibt es weder Teamhotels noch Shuttlebusse. "Die Trainer fahren uns mit einem Mietwagen", sagte der deutsche Schwimmstar und fügte grinsend an: "Natürlich mit Navi."