Warschau (dpa) - Mindestens 14 Menschen sind bei einem Frontalzusammenstoß zweier Züge am Samstagabend im Süden Polens ums Leben gekommen. Nach Angaben von Innenminister Jacek Cichocki wurden etwa 60 Menschen verletzt.

In den Trümmern der Wagen der beiden Züge waren am frühen Morgen immer noch Passagiere eingeschlossen. Die Retter arbeiteten fieberhaft, um sie zu befreien. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte. Das Unglück ereignete sich gegen 21.00 Uhr in der Nähe der Stadt Zawiercie. Ein Zug sei auf dem falschen Gleis gefahren, hieß es. In beiden Zügen hätten rund 350 Passagiere gesessen.

An der Unglücksstelle arbeiteten etwa 450 Feuerwehrleute und 100 Polizisten. Zur Versorgung der Verletzten waren Zelte errichtet worden. Neben Krankenwagen waren auch Hubschrauber im Einsatz. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich nach polnischen Medienangaben schwierig, da die Unglücksstelle abgelegen liegt und nur über einen Feldweg neben den Gleisen zu erreichen war.

Der aus sechs Wagen bestehende Zug Przemysl-Warschau war frontal mit dem Zug Warschau-Krakau mit vier Wagen zusammengeprallt. Warum der zweite Zug auf dem falschen Gleis fuhr, war zunächst unklar.

Verkehrsminister Slawomir Nowak sagte dem Fernsehsender TVN 24, es sei eine der schwersten Zugkatastrophen in Polens jüngster Geschichte. Ministerpräsident Donald Tusk traf am Sonntagmorgen an der Unglücksstelle ein.