Moskau (dpa) - Der in Russland direkt vom Volk gewählte Präsident hat ein Amt mit fast unbegrenzter Machtfülle. Der Kremlchef ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte inklusive Atomwaffen. Mehr als ein Dutzend Militär- und Sicherheitsorgane, darunter Armee, Polizei und Geheimdienste, unterstehen ihm direkt.

Nach einer Änderung der Verfassung wird der Präsident in diesem Jahr erstmals für sechs Jahre gewählt. Bisher dauerte eine Amtszeit vier Jahre. Die Kandidaten für das höchste Staatsamt müssen mindestens 35 Jahre alt sein und in den vergangenen zehn Jahren in Russland gelebt haben.

Die im Parlament vertretenen Parteien können einen Kandidaten ohne besondere Auflagen nominieren. Einzelbewerber hingegen müssen mindestens zwei Millionen Unterschriften von Unterstützern einreichen, damit sie die Zentrale Wahlleitung registriert.

Die Verfassung sieht vor, dass ein Präsident nach zwei Amtszeiten hintereinander abtritt. Eine Rückkehr nach einer Pause ist möglich. Der Kremlchef bestimmt die Ausrichtung der Innen- und Außenpolitik. Ihm sind die Schlüsselressorts Äußeres, Inneres, Verteidigung und Justiz untergeordnet.

Regierungschef Wladimir Putin will nach seinem als sicher geltenden Sieg bei der Präsidentenwahl mit Amtsinhaber Dmitri Medwedew die Posten tauschen. Die Pläne haben in der russischen Öffentlichkeit viel Kritik ausgelöst, weil viele Menschen sich um ihr Recht auf politische Mitbestimmung betrogen fühlen.

Spätestens zwei Wochen nach Amtsantritt schlägt der Präsident dem Parlament seinen Regierungschef vor, der mit absoluter Mehrheit bestätigt werden muss. Der Regierungschef legt im Einklang mit Gesetzen und Präsidialerlassen die grundlegende Ausrichtung der Regierungstätigkeit fest und organisiert sie.

Präsidentenwahl laut Verfassung

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