Athen (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die griechische Politik aufgefordert, auch nach den vorgezogenen Wahlen die eingeleiteten Spar- und Reformprogramme zu erfüllen.

Zudem versicherte er den Griechen in einem Interview mit der Athener Sonntagszeitung «To Vima», Deutschland sei bereit, Steuerbeamte ins Land zu schicken, «wenn Griechenland es möchte». Griechenland hat große Probleme mit seiner Finanzverwaltung.

Deutschland biete Hilfe an, sagte Schäuble weiter. Es werde aber niemand gezwungen, sie anzunehmen. Griechenland brauche dringend außer Investitionen auch Reformen, sonst gebe es kein Wachstum. Es sei das Recht des Landes, vorgezogene Wahlen abzuhalten. Aber es sei auch die Verpflichtung Griechenlands, die unterzeichneten Abkommen über Spar- und Reformprogramme einzuhalten. Das genaue Datum für vorgezogene Wahlen steht noch nicht fest. Experten gehen vom 6. oder 13. Mai aus.

Zu Veröffentlichungen in der griechischen und deutschen Presse, welche die jeweils andere politische Führung oder das Volk als «Nazis» oder «Faulenzer» charakterisieren, meinte Schäuble: «Ich verschwende meine Zeit nicht damit.» Es gebe in Deutschland Medien, die eine «populistische Linie» eingeschlagen hätten. Er sei der Erste gewesen, der die Medien aufgerufen habe, dies nicht zu tun. Das sei genauso verantwortungslos wie Berichte griechischer Medien über «Nazis» in der Bundesregierung.

Schäuble-Interview in To Vima, griechisch