München (dpa) - Uli Hoeneß kam aus dem Beifall klatschen auf der Tribüne gar nicht mehr heraus. Sieben schöne Torgrüße an den FC Basel, dazu ein Signal an die in Augsburg strauchelnde Dortmunder Borussia.

«Normalerweise gibt man ja als Bayern nie auf. Ich denke, die Mannschaft hat schon die richtige Antwort gegeben, dass man die Meisterschaft natürlich nicht aufgegeben hat», betonte Präsident Hoeneß rundum glücklich und zufrieden nach dem 7:1 (5:0)-Therapiesieg gegen 1899 Hoffenheim. «Es war ein wunderschönes Fußballspiel. Das hat es lange nicht mehr gegeben, dass wir uns nach 20 Minuten zurücklehnen konnten.»

Oben auf den Rängen jubelten entspannte Bosse, unten auf dem Platz ließen die Bayern-Profis kein bisschen locker. Franck Ribéry, Arjen Robben, Mario Gomez & Co. boten Fußball mit Tricks, Treffern, Tempo - und mit Teamgeist. Von «bilderbuchmäßigen Toren», von «Delikatesse», von einem «Rausch» schwärmte Trainer Jupp Heynckes. Aber gegen Basel muss im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League das Weiterkommen unbedingt folgen. «Das Spiel wird uns einen Schub geben für Dienstag», prophezeite Heynckes. «Die Truppe ist jetzt wieder hungrig, sie ist geschlossen, auch im Leistungsgedanken.»

Allerdings wird der Schweizer Champion, seit dem 20. August in der heimischen Liga ohne Niederlage, ein ganz anderes Kaliber als die Hoffenheimer. Und der Druck ist für den deutschen Fußball-Rekordmeister immens hoch. «Wenn wir ausscheiden, ist es schwierig, diese Saison noch gut zu machen. Denn gegen Basel muss man weiterkommen. Und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen», bekräftige Hoeneß im ZDF-Sportstudio. Dort betonte der Präsident in der Diskussion um Trainer Heynckes auch, dass sich einige noch «wundern» würden, «wie lange der hier arbeitet».

Wenn die Münchner in der Königsklasse wieder ihre herausragende Offensivpower demonstrieren, sollte auch gegen das Schweizer Team um den künftigen Bayern-Profi Xherdan Shaqiri das 0:1 aus dem Hinspiel gedreht werden. Am Samstag waren dreimal Gomez (5. Minute/35./48.), zweimal Robben (12./Foulelfmeter/29.), Toni Kroos (18.) und Ribéry (58.) die Torschützen. Den Gegentreffer besorgte Luiz Gustavo (85.) mit einem Eigentor selbst.

Gomez freute sich, dass das «Gequatsche» um seine Mini-Torflaute mit drei Liga-Spielen ohne Treffer endlich vorbei war. «Die Latte habe ich mir selber so hoch gelegt. Wenn man zwei Jahre lang fast jedes Bundesliga-Spiel trifft und dann mal drei Spiele nicht, wird halt nach dem zweiten Spiel angefangen zu zählen und nicht nach dem neunten oder achten», sagte der Torschützenkönig.

Mit einer Fleischwunde am Schienbein verließ Gomez wie auch Jérôme Boateng (Muskelbeschwerden) und Robben (Prellungen) angeschlagen den Platz. Das Trio soll am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) aber dabei sein. Wie auch Bastian Schweinsteiger, der gegen die Hoffenheimer als Einwechselspieler sein Comeback gab.

In der «eminent wichtigen Partie» (Sportdirektor Christian Nerlinger) gegen Basel dürfte Schweinsteiger wohl wieder in die Startformation rücken. Nach dem sechsten Liga-Heimsieg in Serie (20:2 Tore) sind die Münchner wieder im Stimmungshoch. Und beim nächsten Spiel in der Fremde ist dann wieder Tristesse angesagt? «Wir müssen schauen, dass wir diese Spitzenleistungen stabilisieren und konstant bringen», forderte Nerlinger auch ein Ende der Auswärtsmisere, um die immer noch fünf Punkte enteilten Dortmunder noch einholen zu können.

Eine ziemlich blöde Busfahrt traten die Hoffenheimer an. «Der Zustand war katastrophal. Wir fahren jetzt noch vier Stunden nach Hause. Scheiße einfach», gestand Tobias Weis. Von einer Lehrstunde sprach der bemitleidenswerte Torhüter Tom Starke. «Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt - und die Bayern einen absoluten Sahne-Tag», meinte der Keeper. Trainer Markus Babbel bemühte gar den Vergleich mit den vom FC Barcelona ebenfalls mit 7:1 überrollten Leverkusenern: «Dann kommt so eine Welle, die man nicht mehr aufhalten kann.»